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MARATANKA

Touristen kommen meist als Abstecher auf der Route Alice Springs - Darwin nach Mataranka, um in dem berühmten Thermal Pool der Rainbow Spring zu baden. Dort ist also meist eine Menge los und allein ist man eher selten. Manchmal halten grosse Reisebusse und alle stürmen für ein halbstündiges Bad zum Pool. Am späten Nachmittag, wenn die meisten Camper ankommen, muss der Andrang fürchterlich sein, weil alle nach der Fahrt erstmal schwimmen gehen wollen.

Trotz Rummel ist der Pool ein Erlebnis, ein gut ausgebauter Weg führt wenige hundert Meter durch dichten Wald zum Pool, der Eintritt ist frei. Von grossen Papierrindenbäumen und Livingstoniapalmen gesäumtes kristallklares Wasser lädt zu einem Bad ein. In den Bäumen hängen große Spinnennetzen, die sich meist mehre Tiere teilen und so eine Fanggemeinschaft bilden. Je nach Sonnenstand sind sie sehr schön anzusehen.

Zwei breite Treppen führen in das konstant 34°C heisse Wasser, dem auch eine Heilwirkung nachgesagt wird. Auf jeden Fall ist es sehr entspannend, dort zu baden. Die etwas oberhalb des Pools gelegene eigentliche Quelle - siehe oben - ist deutlich heißer, das Wasser muß auf dem Weg zum Badebecken noch etwas abkühlen, damit man darin baden kann. Gespeist wir das Becken mit sagenhaften 30,5 Millionen Liter Wasser am Tag. Der Pool ist aber deutlich kleiner, als es auf den Weitwinkel-Fotos in den Broschüren des Mataranka Homestead meistens aussieht.

Um zu ungewöhnlichen Zeiten dort zu baden haben wir und beim ersten Urlaub 2001 den Campingplatz des Mataranka Homestead ausgewählt, denn dieser liegt quasi direkt neben dem Pool. Natürlich gibt es einen kleinen Laden, wo man die wichtigsten Dinge für Camper einkaufen kann und daneben eine Bar mit Restaurant. Der Platz ist laut, voll und unübersichtlich und zum Campen nicht besonders zu empfehlen. Er lebt halt von der heißen Quelle, ansonsten erschienen uns die Anlagen ein wenig lieblos für einen so angesagten Platz.


Badespaß

Beim ersten Besuch sind wir mutig kurz vor Sonnenaufgang aus den warmen Betten gekrochen und haben uns schnatternd bei ca. 10°C Außentemperatur auf den Weg zu den Quellen gemacht, die im frühen Morgenlicht dampften. Das war ein Erlebnis, insgesamt befanden sich bis nach Sonnenaufgang nur 6 Leute im Pool. Nur eine Stunde später war es dann schnell mit der Ruhe vorbei und der Rummel hält an bis zum späten Abend - so unsere Mutmaßungen.

Vorsicht, wenn man spät abends zum Baden geht: plötzlich wird die Beleuchtung um den Pool und für die Wege ausgeschaltet und dann ist es wirklich so stockdunkel, dass man die Hand nicht vor Augen sieht. Auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen. Unheimlich raschelnde Geräusche in der Nacht sind meist dicke Frösche, also keine Angst.

Etwa 2 Wochen im Jahr, etwa im Mai, kommen riesige Scharen von Flughunden und übervölkern die Oase. Sie hinterlassen Lärm und Gestank, und Helfer haben mit der täglichen Reinigung der Wege und des Pools mehr als genug zu tun. Dann kann der Gang zur Quelle schon mal unangenehm werden, wenn es von oben tropft. Mitte Juni waren die Tiere schon weg, als wir dort ankamen und Mitte Mai scheinbar noch nicht da, wir haben jedenfalls keine gesehen.

Beim zweiten Besuch in der Region haben wir uns für den abgeschiedenen Jalmurark Campground im Elsey National Park entschieden. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir dann zum Mataranka Homestead, besuchten die Replik des Homesteads aus dem Film "We of the Never Never" und entschieden uns dann für ein Bad.

Der Hauptzugang war 2006 gesperrt, weil die Überschwemmungen im April so stark und zerstörerisch waren. Nun wurden gerade die Holzplanken ersetzt und man musste den zweiten Zugang, hinten herum und an der eigentlichen heißen Quelle vorbei, nehmen. Gegen 9:00 Uhr wanderten wir durch den Wald. Die Camper auf dem Campground hatten meist schon ihre Stellplätze verlassen, ein Pärchen kam uns noch entgegen und am Pool staunten wir dann sehr. Zusammen mit einem anderen Paar waren wir dort alleine. Was für ein Genuß, im warmen Wasser sitzend einem blau-roten Eisvogel bei der Jagd nach kleinen Fischen zuzuschauen. Auch ein Wallaby guckte neugierig vorbei.

Nach einer guten Stunde Entspannung machten wir uns wieder auf den Weg und konnten unser Glück kaum fassen, in diesem herrlichen Stück Natur solche Ruhe gefunden zu haben. Vielleicht hatten wir auch nur von der Saison her einen ruhigen Tag getroffen.


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Mataranka

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