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MAHONE BAY

Wir waren in der Vorsaison im Mai in Mahone Bay, auf dem Weg vom Thomas Raddall Provincial Park in Richtung Lunenburg, der wunderschönen historischen Stadt mit ihrem historischen Hafen.

Dabei kamen wir quasi zwangsläufig durch den hübschen Ort Mahone Bay. An der Uferpromenade wurde gerade heftig gebaut; Parkplätze und Promenade wurden gerade neu angelegt. Hier haben wir geparkt und sind zu Fuß durch den Ort gelaufen. Ende Juni waren wir noch einmal hier, sind dann allerdings nur durchgefahren. Die Bauarbeiten waren zur Hochsaison ziemlich weit abgeschlossen und es war sehr voll. Viele Menschen schoben sich durch den kleinen Ort. Da wir das im Mai ruhiger erlebt hatten, haben wir auf einen weiteren Besuch verzichtet.

Es ist allerdings kein Wunder, dass es hier so voll wird. Denn Mahone Bay ist eines der schönsten Küstenstädtchen an der South Shore von Nova Scotia und liegt nur etwa 90 Kilometer südwestlich von Halifax – also besonders an Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für die Städter.

Der Ort mit rund 1.000 Einwohnern wurde 1754 von deutschsprachigen und schweizerischen Siedlern gegründet und hat sich seinen historischen Charme bis heute bewahrt. Hier findet man bunte Holzhäuser, kleine Galerien, Cafés und Restaurants und dazu noch den idyllischen Hafen. Man kann hier gut einkaufen; zu unserer Überraschung gab es ein Schuhgeschäft mit deutschen Marken wie Josef Seibel und Mephisto.

Entlang der etwa einen Kilometer langen Main Street und der Edgewater Street reiht sich ein liebevoll restauriertes Holzhaus an das nächste. Fast jedes beherbergt ein Café, eine Galerie, eine Boutique oder ein Kunsthandwerksgeschäft. Ein idealer Ort für eine Pause und einen Spaziergang entlang des Hafens.

Ein echtes Wahrzeichen des Ortes ist Amos Pewter in einem schönen, türkisfarbenen Haus. Seit den 1970er-Jahren entstehen hier in traditioneller Handarbeit Schmuck, Weihnachtsanhänger und Dekorationsartikel aus Zinn. Besucher können den Kunsthandwerkern bei der Arbeit zusehen und erleben, wie aus flüssigem Metall filigrane Einzelstücke entstehen. Neben Mahone Bay gibt es weitere Standorte in Halifax, Peggy's Cove, Charlottetown und am Halifax Airport.

Der Name Mahone Bay geht vermutlich auf das französische Wort "mahonne" zurück. Das ist eine Bezeichnung für ein flaches Mittelmeerschiff, das im 18. Jahrhundert auch von Piraten genutzt wurde. Einer Überlieferung nach sollen sich solche Schiffe in der geschützten Bucht verborgen haben. Sicher belegt ist die Herkunft des Namens allerdings nicht.

Nach der Vertreibung der Akadier siedelten sich hier ab den 1750er-Jahren viele protestantische Einwanderer aus Deutschland, der Schweiz und dem französischen Montbéliard an. Landwirtschaft, Fischfang, Schiffbau und später der Holzhandel sorgten für Wohlstand. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Mahone Bay bereits zu einem beliebten Urlaubsort.

Es gibt eine berühmte Ansicht mit drei Kirchen, dieser Blickwinkel erschien schon um 1900 auf Postkarten. Die drei Kirchen, die dicht nebeneinander direkt am Wasser stehen, gehören unterschiedlichen Konfessionen an und bilden gemeinsam eines der bekanntesten Fotomotive Kanadas.

Es handelt sich um die St. John's Evangelical Lutheran Church in der Mitte, erbaut 1869 und später erweitert. Sie erinnert an die starke deutsche Einwanderung in der Region. Direkt links daneben liegt die gelblich gestrichene St. James' Anglican Church. Das heutige neugotische Gotteshaus wurde 1887 errichtet.

Die dritte ist die Trinity United Church, ursprünglich 1861 als presbyterianische Kirche auf dem Hügel gebaut. 1885 wurde das komplette Gebäude auf Baumstämmen und mit Ochsengespannen an seinen heutigen Standort transportiert; das war eine bemerkenswerte Ingenieurleistung der damaligen Zeit. Die drei Kirchtürme waren nicht nur schön anzusehen: Für Kapitäne dienten sie lange Zeit als Navigationshilfe. Wer die Türme in einer Linie sah, wusste, dass er sich auf der richtigen Einfahrt in den Hafen von Mahone Bay befand. Deshalb wurden sie sogar auf Seekarten verzeichnet.

Ein Detail, das bei einem Besuch in Mahone Bay sofort auffällt, sind die Fußgängerüberwege mit den orangefarbenen Fähnchen in Behältern an den Verkehrsschildern für den Übergang. Wer die Straße überqueren möchte, nimmt eine Fahne, hält sie gut sichtbar hoch und trägt sie während des Überquerens. Anschließend steckt man die Fahne in den Behälter auf der gegenüberliegenden Seite. So stehen die Fahnen immer dort bereit, wo sie als Nächstes gebraucht werden.

Mahone Bay gehört zu den ersten Gemeinden in Nova Scotia, die dieses System eingeführt haben. Die ersten Fahnen wurden dort 2016 im Rahmen einer landesweiten Verkehrssicherheitsinitiative installiert. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das Programm mehrfach erweitert.

All diese Dinge machen Mahone Bay zu einem sehr beliebten Ziel auf der Lighthouse Route.





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