| Weltreisen | Deutschland | Thüringen | Eisenach | Site-Map | HOME |

| Rundgang | Obere Etagen |

KUNST UND KAMMERN

Eigentlich ist das das Thüringer Wahrzeichen 365 Tage im Jahr geöffnet. Zu Coronazeiten war aber geschlossen und der Museumsbesuch auf der Wartburg erst seit dem 4. Mai 2020 wieder möglich. Natürlich nur unter strengen Hygieneauflagen täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr. Die Burghöfe und Außenanlagen waren bis 20:00 Uhr geöffnet, ein Besuch der Innenräume war nur nur mit Mund- und Nasenschutz gestattet.

Wir hatten Glück und die Warteschlange an der Kasse war nicht zu lang, 12,00 Euro kostet der Eintritt pro Person. Dann musste man sich im Innenhof noch einmal anstellen, auch da hatten wir Glück und hinter uns wurde die Schlange schnell immer länger. Denn wenn man schon mal hier ist, dann möchte man ja auch die Innenräume besichtigen.

Verzögert wurde der Einlass, weil aufgrund der Abstandsregelung jeweils nur eine bestimmte Anzahl Personen gleichzeitig die Gebäude und Ausstellungsräume betreten konnten, Führungen fanden nicht statt. Man konnte sich aber vorab auf der Webseite eine Audioführung durch den Palas und die historischen Räume kostenlos herunterladen.

Wenn man den Eingang nach einer Wartezeit erreicht hatte, erklärte eine freundliche Dame die Regeln: der vorgegebenen Route folgen, nicht zurückgehen, sich nicht zu lange aufhalten, damit die Nachfolgenden auch die Räume betreten können, die zulässige Personenzahl je Raum beachten und den Mundschutz nicht abnehmen.

Eigentlich war es ganz schön, denn zu normalen Zeiten mit wesentlich mehr Besuchern ist es hier sicher wesentlich voller. So war es recht entspannt, auch wenn der Mundschutz lästig ist.

Verwaltet und geleitet wird die Burg von der Wartburg-Stiftung, eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Eisenach. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 1922 die Aufgabe, die Wartburg und ihre Kunstschätze in würdiger Form als Kulturstätte von internationalem Rang und Denkmal der deutschen Geschichte zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen.






Rundgang

Opulent verzierte Gemächer im Inneren der Burg zeugen eindrucksvoll von mittelalterlicher und romantischer Bau- und Lebenskultur. Der sogenannte Rittersaal ist ein quadratischer Raum im Erdgeschoss des Palas mit Kamin, dessen Nutzung bis heute weitgehend unbekannt bleibt. Hieran schließt sich das Speisezimmer an, das die Zuschreibung als Wohnungsraum der alten Landgrafen mit der Sanierung im 19. Jahrhundert bekam. Zwischenzeitlich soll einer der Räume auch als Küche gedient haben.

Im Erdgeschoss des Landgrafenhauses befindet sich auch die Kemenate der hl. Elisabeth, die auf Veranlassung und Kosten des letzten Kaisers des Deutschen Reiches, Kaiser Wilhelm II., mit Glasmosaiken im neobyzantinischen Stil ausgestattet wurde. Der Maler und Mosaikkünstler August Oetken schuf hier von 1902 bis 1906 die farbenprächtigen Mosaike mit religiösen und historischen Darstellungen. Hier konnten wir sogar in Ruhe fotografieren, bei vollem Besucherandrang so gut wie unmöglich da dann immer Leute durch das Bild laufen.

Im anschließenden Sängersaal erzählen einige sehr wertvolle Bildteppiche und Fresken des spätromantischen Malers von Moritz von Schwind die Sage des Sängerkrieges und das Leben der Heiligen Elisabeth. Die mit 13 romantischen Darstellungen von 1855 geschmückte Elisabethgalerie wurde von 2015 bis 2017 restauriert.

Die Sonderausstellung auf der Wartburg zeigt Möbel, Alltagsgegenstände und Schätze aus acht Jahrhunderten, sie wurde auf Empfehlung von J.W. Goethe vor fast 200 Jahren ins Leben gerufen. Man kann beim Rundgang auch berühmte Gemälde aus der Hand von Lucas Cranach dem Älteren bewundern. So wie das Ehebildnis von Martin und Katharina Luther aus dem Jahr 1526. Diesen Schatz verdankt sie einem Urahn der erfolgreichen Künstlerfamilie, der seit dem Jahre 1894 die Stelle als Burghauptmann auf der Wartburg innehatte.





Obere Etagen

Herausragendes Beispiel der Kunstauffassung des vorigen Jahrhunderts ist zweifellos der 40 Meter lange Festsaal im Palas der Burg in der dritten Etage. Er wurde auf den ursprünglichen Baukörper aufgesetzt, nachdem die Wartburg Residenz der Ludowinger geworden war. Hier finden heute vor der einzigartigen Kulisse die bekannten Wartburgkonzerte im Sommerhalbjahr und zahlreiche andere Veranstaltungen statt. Der Königssaal von Neuschwanstein wurde dem Festsaal der Wartburg nachempfunden.

Durch die oben erwähnte Ausstellung geht es über einen Torweg hinweg auf die andere Seite des Burghofes. Dort ist eines der Highlights das spartanisch eingerichtete Quartier Luthers, eine kleine Stube über dem ersten Burghof. Hier in der Lutherstube nutzte er die erzwungene Rast, um sich für künftige theologische Auseinandersetzungen zu wappnen und um das Projekt einer Bibelübersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache zu verwirklichen. In der oberen Vogteistube befindet sich auch das sogenannte "Pirckheimer Stübchen", das 1863 von Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach für Ihren Gatten Carl Alexander in Nürnberg erworben und 1867 auf die Wartburg gebracht wurde. Es handelt sich dabei um den hölzernen Erker eine Hauskapelle aus einem Nürnberger Abbruchhaus - allerdings ist das Original inzwischen im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und auf der Wartburg befindet sich seit 1953 eine exakte Kopie.

Luther selbst berichtet, er sei auf der Wartburg vom Teufel belästigt worden. Seine Aussage, er habe daraufhin den Teufel mit der Tinte vertrieben, bezog sich auf seine Bibelübersetzung. Dieses Lutherzitat wurde allerdings gerne dahingehend gedeutet, er habe mit einem Tintenfass nach dem Teufel geworfen. Bereits im Jahr 1713 wurde Besuchern der Wartburg in Luthers Stube ein Tintenfleck an der Wand gezeigt, den angeblich Luther selbst hinterlassen hat. Dieser Fleck musste aber regelmäßig erneuert und nachgefärbt werden, weil schon Besucher immer wieder kleine Putzstücke als Andenken mit nach Hause genommen hatten. Bis in das vergangene Jahrhundert hinein war er in der Lutherstube zu sehen.

Am Ende kommt man dann durch den Museums Shop mit vielen ausgesuchten Souvenirs die man auch online bestellen kann.





360° View zum Thema

Elisabethenkammer

360° View zum Thema

Lutherkammer

| Weltreisen | Deutschland | Thüringen | Eisenach | Site-Map | HOME |

| Datenschutz | Impressum |