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LA AMISTAD

Eigentlich wollten wir es ja schon im April 2019 machen, aber dafür fehlte uns einiges. Vor allem Zeit und die nötige Kondition bei der schwülen Hitze. Anfang Februar waren die Temperaturen etwas angenehmer und da wir schon meherer Tage gewandert und so akklimatisiert waren waren, beschlossen wir jetzt endlich mal den Big Tree Loop zu verlassen und an der Abzweigung weiter in Richtung La Amistad Nationalpark zu gehen.

Das Gelände der Mount Totumas Cloud Forest Lodge liegt in den westlichen Bergen Panamas und somit ganz nah an der Grenze zu Costa Rica. Von hier aus kann man relativ einfach in den La Amistad International Park gelangen, ein riesiges, grenzübergreifendes Schutzgebiet, das sowohl Panama als auch Costa Rica umfasst. Der nächste offizielle Zugang zum Nationalpark auf panamaischer Seite ist über Las Nubes bei Cerro Punta oberhalb von Volcan erreichbar. Dort waren wir dann eine Woche später.

Wir starteten nach einem guten Frühstück an der Bellbird Lodge auf ca. 1.900 m Höhe und liefen zuerst vorbei an Kaffeeplantagen weiter in den dichtem Nebelwald. Hier befindet man sich dann auf der unteren Schleife vom Big Tree Loop. Gerne hätten wir Affen gesehen, haben die Brüllaffen und auch einmal Spider Monkeys gehört, aber leider nicht einen einzigen gesehen im dichten Blätterwerk.

Das galt auch für das laute Three-Wattled Bellbird, ein auffälliger Vogel, der vor allem in den Regenwäldern Mittelamerikas vorkommt, insbesondere in Costa Rica und Panama. Er ist bekannt für sein auffälliges Aussehen und seinen markanten und sehr lauten Ruf. Hier hörten wir sogar mehere und haben uns die Augen aus dem Kopf geguckt, aber leider keinen einzigen gesehen. In diesem Fall wäre es besser mit einem Guide unterwegs zu sein, der die Stellen kennt, an denen die Biester sitzen.

Die Wanderung ist recht anspruchsvoll, denn das Gebiet ist bergig und oft feucht. Bei uns kam dann noch der Wind dazu, der das Fotografieren von kleinen Vögeln im Blattwerk extrem schwieig machte, wenn man denn mal einen entdeckt hatte. So konzentrierten wir uns erst mal auf Schmetterlinge und Insekten am Wegrand. Auf dem Waldboden fanden wir Früchte von wilder Avocado und heruntergefallene Beeren aus den hohen Baumkronen.

An der Grenze vom Mount Totumas Cloud Forest Lodge stehen einige Hinweis-Schilder, dann kommt anscheinend ein Stück Niemandsland, hinter einem weiteren alten Schild ist man im La Amistad NP.








Im Nationalpark

Der Nationalpark La Amistad ist ein UNESCO-Welterbe und erstreckt sich über 401.000 Hektar zwischen Panama und Costa Rica. Heimat von Quetzalen, Pumas, Tapiren & vielen seltenen Vogelarten, unberührte Natur mit dichten Wäldern, Flüssen und Wasserfällen. Zwei Länder, ein Park. Er verbindet Costa Rica und Panama weit mehr als nur "freundschaftlich" – Amistad bedeutet Freundschaft. Beide Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt, einen einzigartigen Naturraum Mittelamerikas gemeinsam zu schützen und so für die Nachwelt zu erhalten. Der Zugang zum Nationalpark ist für Besucher nur auf bestimmte Bereiche beschränkt.

Doch um bei einem kurzen Besuch wirklich etwas zu sehen muss man zum einen sehr viel Glück haben und auch in der richtigen Jahreszeit unterwegs sein. Zum anderen braucht man Kondition und muss ganz weit rein laufen, was wir nicht geschafft haben. Denn wir mussten ja den Weg ja auch wieder zurück.

Irgendwann überquert man die Grenze der Provinzen Chiriqui und Bocas del Torro. Nach einem Kilometer, wir hatten bis dahin keine Menschenseele gesehen, kam uns plötzlich ein Einheimischer namens Henry entgegen. Er sprach recht gut Englisch und erzählte uns, er wäre ein Freund von Jeffry und er würde weit im Park auf einer Finca wohnen und dort Beeren anbauen, die er an die Lodge gegen andere Lebensmittel eintauscht.

Eigentlich wollten wir bis zu einem verlassenen und verrosteten Autowrack im Wald, aber er meinte da müssten wir noch eine gute Stunde laufen. Fröhlich grüßend lief er dann weiter in die Gegenrichtung.

Hier im Amistad Teil des Parks gab es an einigen Stellen direkt am Weg kleine Lichtungen, wo vor kurzem alte Bäume umgestürzt waren und sich aufgrund des nun reichlichen Sonnenlichts viele Pionierpflanzen breit machten. Dort waren einige Vögel unterwegs, es war aber eine schweißtreibende Arbeit von denen Fotos zu machen. Damit haben wir einige Zeit verbracht.

Wir liefen noch einen Kilometer weiter, hier und dort mussten wir über zum Glück flache Bächlein hinweg. Ein paar Wegstücke waren gar nicht mehr so ein netter, weicher Waldweg, sondern eng und steinig, zum Teil etwas steil. Bei Regenwetter kein Vergnügen, außer man kann über sich selbst lachen, wenn man im Matsch auf dem Popo sitzt.

Dann gabelte sich der Weg, ein Teilstück war hier auf alternativer Strecke möglich. Links ging es oben über einen Bergkamm und dann am Hang entlang, rechts ging es hinunter und im Tal erstmal quer durch den Rio Colorado. Dort war die Wassertiefe, Breite und Strömung so stark, dass uns auf jeden Fall die hohen Gummistiefel der Einheimischen fehlten. Wanderschuhe und Hose ausziehen und durch den eiskalten Bergbach waten? Nein, danke. Auf der Alternativstrecke sah es wettermäßig gar nicht gut aus. Kaum waren wir um die Ecke, wehte uns ein so kräftiger und kalter Wind ins Gesicht, dass es uns bange wurde. Dunkle Regenwolken hingen in den Bergen. Jetzt noch insegsamt 2 Stunden hin- und zurück laufen, nur um ein altes Autowrack im Wald zu sehen? Lieber nicht, man muss auch seine Grenzen kennen.

So gingen wir dann langsam wieder zurück, steil bergab und bergauf und immer noch auf eine Begegnung mit Affen hoffend, die aber leider ausblieb. Nebelwald ist eben kein Zoo, wenigsten konnten wir sie hören. Insgesamt sind wir an diesem Tag ca. 14 Kilometer gelaufen.










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