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OUDTSHOORN

Fast jeder Südafrikatourist, der durch die kleine Karoo fährt, kommt auch nach Oudtshoorn. Die Stadt ist das Zentrum der Region und bietet eine Menge touristsicher Sehenswürdigkeiten im näheren und weiteren Umkreis. Wir waren im Ort leider zuletzt im Jahr 2002, daher sind die Infos und Bilder davon auf dieser Seite leider ziemlich veraltet. Nur die Bilder von den Straußen sind aus März 2017, da sind wir aber an Oudtshoorn auch nur vorbei gefahren.

Oudtshoorn wurde 1847 gegründet und liegt in einer landschaftlich reizvollen Umgebung, eingerahmt von der Kette der kleinen und großen Swartberge im Norden und den Outeniqua-Mountains im Süden. Da hier nur selten Wind weht, herrschen oft Tempertauren von über 40°C im Schatten.

Leider haben die meisten Besucher wenig Zeit für die traumhafte Umgebung. Sie verbringen nur eine Nacht in der Stadt oder machen gar einen organisierten Tagesausflug von den Freienzentren der Garden Route. Sie besuchen eine Show-Straußenfarm, kaufen Straußenprodukte und besichtigen die imposanten Villen der Federbarone.

Die Cango Caves stehen oft auch noch auf dem Programm bevor es wieder weitergeht in Richtung Garden Route oder Kapstadt.

Ihre Glanzzeit hatte die Stadt um 1900 herum, aber auch heute noch ist die Straußenzucht hier in der gesamten Region ein bedeutsamer Wirtschaftszweig. Diese Gegend hat die weltweit höchste Anzahl Strauße aufzuweisen. Schätzungen reden von 90% des Weltbestandes, doch viele Züchter kämpfen heute auch ums Überleben. Die goldenen Zeiten der Federbarone sind in Oudtshoorn definitiv vorbei.

Niemand hat sich damals für das strapazierfähige Leder oder das Fleisch interessiert, es ging ausschließlich um die Federn. In den Salons der Jugendstilzeit an der Schwelle zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert waren sie der absolute Modehit. Über 750.000 Strauße züchtete man damals in der kleinen Karoo.

Und mit diesem Boom wurden aus schlichten Farmen wahrhafte Paläste, das Beste war den quasi über Nacht reich gewordenen Farmern gerade gut genug und wurde aus Europa importiert. Die Weltwirtschaftskrise machte dem Federrausch dann ein Ende. Spätestens mit dem Siegeszug des Automobils in gehobenen Kreisen wurden große Hüte mit Straußenfedern unpraktisch und somit unmodern.

Ein Bummel durch Oudtshoorn zeigt die Reste der alten Pracht, wie zum Beispiel das Le Roux Townhouse unten im Hintergrund mit seine schönen Glasarbeiten im Jugendstil. Heute nutzt man hier wieder alles, was der Vogel zu bieten hat und verkauft es in einem der zahlreichen Curio Shops.

Als Tourist kommt man am Thema Strauß in dieser Stadt einfach nicht vorbei. Überall am Straßenrand oder in Shops bieten Frauen, Kinder oder Händler Federn an. Staubwedel, Federboas oder Eier, bemalte und unbemalte.




Straußenfarmen

Ein Magnet ein paar Kilometer außerhalb der Kleinstadt sind wohl die drei großen Show-Straußenfarmen, die jeden Tag ganze Busladungen von Touristen in den Ort locken.

Die beste ist die Highgate Ostrich Show Farm. Eine Tour dauert hier 90 Minuten und es werden alle Verabreitungensvorgänge gezeigt: Straußenfedern präparieren, Spezialaufträge ausgeführen, Straußeneier bemalen und es wird erklärt was bei der Aufzucht zu beachten ist. 3.000 Strauße gehören zu dieser Farm. Die Safari Farm bieten ungefähr das gleiche Programm. Diese Farm zählt über 2.500 Strauße.

Die Cango Ostrich Farm liegt auf dem Weg zu den weltberühmten Cango Tropfsteinhöhlen und bietet wie die anderen 2 Farmen auch, geführte Touren an. Diese Farm liegt am Hang eines Hügels und ist für Rollstuhlfahrer und Leute mit Gehbehinderungen nicht geeignet. Berühmt ist das Restaurant, in dem Spezialitäten aus Straußenfleisch probieren kann.

In kurzen Vorträgen erfährt man zuerst einges über Strauße, zum Abschluss gibt es dann immer ein Straußenrennen, bei dem man auf den Sieger wetten kann. Anschließend dürfen die mutigen Touristen dann auch mal einen Strauß reiten. Wir haben so eine Show nicht besucht, ich finde das Ganze viel zu touristisch und die Tiere tun mir leid. Sie stehen schon hechelnd in der Sonne, da brauchen sie keine Touristen auf ihrem Rücken.

Das Reiten mag noch angehen, wenn es ein leichtgewichtiger einheimischer Jockey ist. Schließlich werden bei der Zucht die Weibchen auch vom ausgewachsenen Hahn bestiegen, bis ihnen an den Schultern die Federn ausgehen. Aber ich finde es unmöglich, wenn sich besonders dicke Touristenexemplare auf einen Strauß setzen. Das wollte ich mir nicht mal als Zuschauer antun.

Wer fachkundig auf Deutsch eine Führung durch eine Straußenfarm haben möchte, der kann das auch in Deutschland haben. So zum Beispiel in der Nähe von Remagen. Dort ist Sonntags um 14 Uhr Führung im Gemarkenhof - ohne Reiten und sehr informativ zu einem fairen Preis.

In Oudtshoorn kann man auch auf verschiedenen Straußenfarmen wohnen, zum Beispiel auf der Farm La Plume. Sie befindet sich 14 km außerhalb von Oudtshoorn und liegt nur 4 Autominuten von der Highgate Ostrich Show Farm entfernt. Eine Straußenshow sucht man hier vergebens, dafür kann man das wirkliche Leben auf einer Farm kennenlernen. Bartel du Toit, der Farmer, führt Gäste gerne herum und erklärt den gesamten Ablauf der Zucht.




C.P. Nel Museum

Bei unserer ersten Reise nach Oudtshoorn haben wir es zeitlich nicht geschafft, aber als wir im November 2002 wiederkamen haben wir den Vorsatz wahrgemacht: Ein Besuch im C.P. Nel Museum. Das war sehr interessant und ich kann nur jedem Touristen in Outshoorn raten, sich eine oder besser zwei bis drei Stunden Zeit dafür zu nehmen.

Anschaulich und gar nicht langweilig wird die Zeit der Federbarone hier lebendig. Detailliertes Material veranschaulicht die klassische Straußenzucht. Weiterhin kann man sich über die Lebensweise der Bevölkerung in der Karoo informieren. Es gibt im Inneren des Museums verschiedene aus Originalteilen nachgebaute Räume, so zum Beispiel eine alte Apotheke mit kompletter Inneneinrichtung - sogar Agfa-Filme für Box-Apparate -, eine Replik der Synagoge und die Einrichtung der First National Bank zu besichtigen. Auch die Mode kommt neben Zeitzeugen wie Zeitungsberichten und alten Fotos nicht zu kurz.

Eindrucksvoll sind auch die Exponate der kleinen Kutschen und Oldtimersammlung ebenso wie eine große Wand voller verschiedener antiker Schusswaffen, vom Revolver bis zur Elefantenbüchse. Etwas vernachlässigt und eingestaubt waren leider die naturkundlichen Vitrinen mit einigen ausgestopften Tieren, die man als Tourist in Natura wohl nie sehen würde. Das hohe Gebäude mit seiner Sandsteinfassade liegt zentral in der Baron van Rheede Street und wurde im Jahr 1906 als Schule errichtet.

Geöffnet ist das Museum Mo-Sa von 9:00-13:00 und 14:00-17:00, So 14:30-17:00.

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