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KLIMA

Kanada ist flächenmäßig das zweitgrößte Land der Erde, weshalb es dort kein einheitliches Klima gibt, sondern die Bedingungen je nach Region extrem variieren. Das gesamte Staatsgebiet wird durch verschiedene Klimazonen geprägt, die von maritimen Einflüssen an den Küsten bis hin zu hocharktischen Bedingungen im tiefen Norden reichen. Es gibt Kakteen und Klapperschlangen in Südwesten bis hin zu ewigem Eis im Nordosten.

Der weitaus größte Teil des Landesinneren sowie weite Teile des Ostens sind durch ein ausgeprägtes boreales Nadelwaldklima charakterisiert. Diese Regionen erleben sehr lange, schneereiche und extrem kalte Winter, in denen die Temperaturen im Januar und Februar oft wochenlang weit unter dem Gefrierpunkt liegen.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die zwar kurzen, aber überraschend warmen und teils feuchten Sommermonate, in denen in Städten wie Toronto oder Montreal durchaus sommerliche Hitzeperioden erreicht werden. Weiter nördlich, jenseits der Baumgrenze in den Territorien Yukon, Northwest Territories und Nunavut, geht dieses Klima in die arktische Tundra über. Dort herrschen das ganze Jahr über eisige Bedingungen mit extrem kurzen, kühlen Sommern und langen, dunklen Polarwintern, in denen der Boden tiefgründig gefroren bleibt.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich an den Küsten des Landes. Die Westküste in British Columbia profitiert von den warmen Strömungen des Pazifiks, was zu einem sehr milden und maritim geprägten Klima führt. Hier sind die Winter ausgesprochen mild und meist frostfrei, allerdings auch sehr niederschlagsreich. Die Sommer bleiben angenehm temperiert und neigen selten zu extremer Hitze. Die Ostküste mit den atlantischen Provinzen wie Nova Scotia und Newfoundland wird ebenfalls maritim beeinflusst, zeigt sich jedoch deutlich rauer. Durch das Aufeinandertreffen des kalten Labradorstroms und des warmen Golfstroms kommt es hier im Frühjahr und Sommer sehr häufig zu dichtem Nebel, während die Winter durch starke Schneestürme und unbeständiges Wetter geprägt sind.

Wenn man Ski fahren möchte kommt man natürlich auch im Winter oder zum Frühlingsbeginn in die Berge, auch diese Jahreszeit hat sicherlich ihren ganz besonderen Reiz. Für Camper, die auch den hohen Norden besuchen wollen, sind die Sommermonate Juli und August am besten. Dann muss man aber auch mit lästigen Einheimischen rechnen: die Mücken können um diese Jahreszeit ziemlich penetrant sein.

Unser Reisewetter

Die beste Reisezeit in Kanada hängt natürlich ganz von der bereisten Region ab. Dazu ist jedes Jahr anders und man muss mnachmal auch einfach nur Glück haben.

Wir waren ja im September in den Rocky Mountains unterwegs und das Bergklima ist dort wir überall auf der Welt stark schwankend und unberechenbar. Ganz bewusst haben wir uns für den Herbst entschieden und würden den Monat September für diese Region als ideale Reisezeit empfehlen, denn er hat viel Vorteile. Im Sommer ist es sicherlich wärmer, es blühen mehr Blumen und man kann mehr unternehmen. In den Wochen vor unserer Ankunft hat es noch überall ziemlich heftig gebrannt.

Pünktlich nach Labour Day Anfang September werden viele kleinere Campingplätze und andere touristische Einrichtungen geschlossen, egal wie das Wetter ist. Trotzdem ist es tagsüber noch warm genug, die Wälder sind im Herbst mit Nebelschwaden, Pilzen, Tautropfen und Raureif am Morgen sehr idyllisch. Wir hatten von minus 2°C in der Nacht bis Mitte 20°C an sonnigen Tagen das ganze Programm.

Im Herbst sind wesentlich weniger Menschen unterwegs, die Hochsaison im Juli/August wäre für uns gar keine Option. Dann ist alles überfüllt und man muss sogar Campingplätze mit mehreren hundert Stellplätzen vorab reservieren. Der Höhepunkt der touristischen Saison liegt zwischen Victoria Day (Ende Mai) und Labour Day (Anfang September).

Frühling, Sommer und Herbst sind ideal für alle Touren in die Berge oder Kanufahrten auf einem der zahlreichen Seen. Mit Regen, Kälte und plötzlichem Wetterwechsel bis hin zu Schnee ist ganzjährig zu rechnen. Nach wenigen hundert Kilometern Fahrt kann man den rauen Bergen der Rockies entfliehen und sich im sonnigen Okanagan Valley am Seeufer inmitten von Weinreben in der Sonne aalen.

Im letzten Urlaub im Osten von Kanada hatten wir zwar Regentage und Nebel, aber insgesamt aber sehr viel Wetterglück mit vielen sonnigen Tagen in den 8 Wochen zwischen Mai und Juli. Mehr zu unseren Urlauben und zum Klima und zur Saison unserer letzten Ziele findet Ihr auf den Seiten Nova Scotia - Klima und Saison und Newfoundland - Klima und Saisonzeiten.





Extremwetterereignisse

Auch Kanada verzeichnete in den vergangenen Jahren eine dramatische Zunahme von Extremwetterereignissen, die durch den fortschreitenden Klimawandel spürbar intensiviert wurden, da sich das Land etwa doppelt so schnell erwärmt wie der weltweite Durchschnitt. Die jüngste Vergangenheit war von verheerenden Waldbränden, beispiellosen überschwemmungen und zerstörerischen Stürmen geprägt, die immense ökologische und wirtschaftliche Schäden hinterließen.

Besonders das Jahr 2023 ging als das folgenschwerste Waldbrandjahr in die Geschichte des Landes ein. Monatelang wüteten in fast allen Provinzen, von British Columbia im Westen bis hin zu den Nordwest-Territorien und Québec, gigantische Brände, die Millionen Hektar Wald vernichteten und zur Evakuierung ganzer Städte führten. Die immense Rauchentwicklung war so stark, dass sie wochenlang die Luftqualität in weiten Teilen Nordamerikas massiv beeinträchtigte. Auch in den darauffolgenden Jahren kam es im Sommer immer wieder zu heftigen Feuern, wie beispielsweise im Jahr 2024, als der historische Ort Jasper in Alberta und umliegende Regionen schwer von den Flammen getroffen wurden.

2025 verdunkelte sich sogar der Himmel bei unserem Urlaub auf den Azoren durch die Waldbrände in Kanada.

Parallel zu den Dürren und Bränden kam es in vielen Teilen Kanadas zu extremen Niederschlägen und Sturzfluten. Ein markantes Beispiel hierfür ereignete sich im Juli 2023 in Nova Scotia, als innerhalb von nur 24 Stunden die normale Regenmenge von drei Monaten vom Himmel fiel und weitreichende überschwemmungen auslöste.

Auch die dichter besiedelten Provinzen Ontario und Québec wurden in den Sommermonaten der letzten Jahre regelmäßig von schweren Gewittern, Sturzfluten und Hagelstürmen heimgesucht. Zu den kostspieligsten Naturkatastrophen zählte dabei ein historischer Hagelsturm in der Region Calgary im August 2024, der durch tennisballgroße Hagelkörner Schäden in Milliardenhöhe an Gebäuden und Fahrzeugen anrichtete.

Zusätzlich zu diesen sommerlichen Extremen erlebte das Land heftige Wintereinbrüche und zerstörerische Eisstürme an der Ostküste sowie im Landesinneren, welche die Infrastruktur und das Stromnetz vor enorme Herausforderungen stellten. Die Häufung und Intensität dieser Ereignisse in den letzten Jahren verdeutlicht eindringlich, dass extreme Wetterphänomene in Kanada längst keine seltenen Ausnahmen mehr sind, sondern zu einer wiederkehrenden Bedrohung für Mensch und Natur geworden sind.



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