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Auf dem Weg von unserem Campingplatz an der Bonne Bay im Süden des Gros Morne National Park bogen wir bei Wiltondale vom Highway 431 auf den Highway 430 ab, der hier Viking Trail heißt.
Nach ca. 9 Kilometern Fahrt liegen auf der rechten Seite die Southeast Brook Falls. Mit dem Camper war das ein überraschendes Manöver, denn es geht hier ein langes Stück recht steil bergab und die schmale Zufahrt befindet sich rechts ziemlich im rechten Winkel zum Highway. Gut, dass uns hier gerade wenig Verkehr entgegenkam.
Der relativ kurze Weg (700 Meter one way) vom Parkplatz bis zu den Wasserfällen verläuft größtenteils flach und führt über einen naturbelassenen Pfad durch einen dichten Wald aus Balsam-Tannen und Papier-Birken. Die Vogel- und Pflanzenwelt war sehr aktiv, Wildblumen begannen am Wegrand zu blühen, und der Wald duftete intensiv nach frischen Balsam-Tannen.
Entlang des Pfades leiten immer wieder Schilder die Besucher an, die Natur bewusst und meditativ zu erleben. Man soll stehenbleiben, atmen und einen Baum umarmen. Das machen wir normalerweise auch ohne Hinweisschilder.
Der Weg ist als leicht eingestuft und dauert für den Hin- und Rückweg insgesamt nur 15 bis 30 Minuten. Daher ist es hier meistens ziemlich voll für kanadische Verhältnisse, und man ist eher selten alleine. Trotzdem lohnt es sich, hierher zu kommen.
Denn am Ende des Weges stürzt der Bach stolze 40 Meter tief über eine markante, rötliche Felswand aus milliarde Jahre alten Granitfelsen und schlängelt sich durch dichten borealen Nadelwald abwärts. Besonders eindrucksvoll ist dieses Naturschauspiel natürlich während der Schneeschmelze im Frühjahr.
Auch bei unserem Besuch Anfang Juni, also im Frühsommer, gab es hier noch rauschende Wassermassen und blühende Landschaften zu bewundern. Der Wasserfall führt im Juni dank der schmelzenden Schneereste aus den Bergen und des späten Frühjahrsregens immer noch viel Wasser. Ich habe sogar daran gedacht, hier mal ein kleines Video zu machen, siehe unten. Der Southeast Brook entspringt östlich der Hügelketten im waldreichen Hochland des Gros Morne Nationalparks. Nachdem der Bach den Wasserfall hinabstürzt, schlängelt er sich weiter nach Westen und mündet direkt in den Southeast Arm der Bonne Bay, einen großen Fjord, der mit dem Sankt-Lorenz-Golf verbunden ist.
Man sollte auf jeden Fall nicht am ersten Aussichtspunkt stehen bleiben, sondern so weit wie möglich nach rechts am Fluss entlanggehen. Dort befinden sich weitere Geländer, von wo aus man einen anderen Blickwinkel auf die Stromschnellen und die Wasserfälle hat.
Nachdem wir zurück zum Camper gegangen waren, fuhren wir noch knapp 25 Kilometer in Richtung Rocky Harbour, vorbei an einem malerischen Fjord. Es handelt sich um den East Arm der Bonne Bay, und man kann an mehreren Aussichtspunkten anhalten und den Ausblick genießen. Nach 20 Minuten hat man dann das Visitor Center erreicht.










Der Gros Morne Nationalpark verfügt über zwei primäre Besucherzentren, die erst kürzlich umfassend modernisiert wurden. An dem zentralen Gros Morne National Park Visitor Centre kamen wir nach dem Besuch der Wasserfälle in Richtung Rocky Harbour auf der Nordseite des Parks automatisch vorbei. Das Discovery Centre befindet sich im Süden bei Woody Point und darüber habe ich auf der Seite Bonne Bay berichtet.
In der Hauptsaison im Sommer ist hier täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Stark verkürzte Öffnungszeiten gelten in der Nebensaison und im Winter und Montag, Mittwoch und am Wochenende bleibt es im Winter geschlossen. Das Parkgelände und alle Wanderwege im Park sind das ganze Jahr über 24 Stunden am Tag frei zugänglich. Mit der Ausnahme Gros Morne Mountain: Dieser anspruchsvolle Wanderweg zum Gipfel wird jedes Jahr zum Schutz der Tierwelt, während der Fortpflanzungszeit der Schneehühner und Karibus, vom 01. Mai bis zum 27. Juni komplett gesperrt. Er öffnet erst am 28. Juni.
Das ursprüngliche Haupt-Besucherzentrum stammte noch aus den 1980er-Jahren. Nach einer umfassenden, rund 12 Millionen Dollar teuren Generalsanierung wurde das Gros Morne National Park Visitor Centre im Mai 2024 feierlich neu eröffnet. Das nachhaltige Gebäude wurde in moderner Holzbauweise errichtet und man sollte auf keinen Fall daran vorbei fahren.
Parks Canada bietet im Gros Morne National Park Visitor Centre sowie im südlichen Discovery Centre kostenloses Wi-Fi für alle Gäste an. Der Nationalpark gehörte historisch zu den ersten Parks in Kanada, die gezielte Drahtlos-Hotspots an zentralen Knotenpunkten eingerichtet haben. Hier kann man es sich, ohne Wind und Kälte, auf gemütlichen Sitzgelegehnheiten bequem machen und etwas surfen oder arbeiten.
Das neue Gebäude verfügt über ein großzügiges, barrierefreies öffentliches Foyer mit Empfangsbereich. Große Glasfronten und Außenbereiche bieten Sitzgelegenheiten mit Panoramablick direkt auf den Gros Morne Mountain. Es gibt zudem ein kleines Café sowie Picknicktische im Außenbereich.
Das neue Hauptzentrum bietet moderne Ausstellungsflächen mit viel Infos zum Park, über die Geologie der Region und die Mi'kmaq-Ureinwohner. Es werden markante, stilisierte Plastiken augestellt, die mit kräftigen Farben und klaren, fast geometrischen Formen, die ikonische Tierwelt Neufundlands künstlerisch darzustellen: Schwarzbären, Biber, Kolkraben oder Karibu. Entworfen wurde diese moderne, farbenfrohe Ausstellungsausstattung von dem renommierten kanadischen Designbüro Sperry Design in Zusammenarbeit mit Parks Canada.
Im Außenbereich gibt es hier sogar einen Hunde-Auslaufpark und natürlich rote Stühle.














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