| Weltreisen | Kanada | Newfoundland | Site-Map | HOME |

| Saisonzeiten |

KLIMA UND SAISON

Da Kanada eine enorme geographische Ausdehnung hat, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Klimazonen. Sie reichen vom gemäßigten Klima im Süden bis zum arktischen Polarklima im hohen Norden. Während im Südwesten sogar Kakteen und Klapperschlangen vorkommen, erstrecken sich im Norden riesige Gebiete mit Permafrost und ewigem Eis.

Ein großer Teil Kanadas ist geprägt von ausgeprägten Jahreszeiten mit langen, schneereichen und teilweise extrem kalten Wintern. Temperaturen von -35 °C sind im Landesinneren keine Seltenheit. Darauf folgen oft kurze, warme Sommer, in denen das Thermometer Werte von über 30 °C erreichen kann.

Grundsätzlich gilt: Je weiter man nach Norden kommt, desto kälter wird das Klima. Die klimatisch begünstigten Regionen im Süden sind deshalb auch die am dichtesten besiedelten Gebiete Kanadas.

Die beste Reisezeit hängt stark von der jeweiligen Region ab. Newfoundland bildet durch seine Lage im Atlantik eine Besonderheit. Das Klima ist durch den Ozean gemildert, aber auch im Sommer bleiben die Temperaturen vergleichsweise kühl. Durchschnittlich liegen sie im Juli und August bei etwa 16 bis 18 °C. Wind, Regen und Nebel gehören jederzeit zum Wetterbild. Ein gut isolierter und gemütlicher Camper ist deshalb ein großer Vorteil. Wir trafen auf unserer Reise mehrmals ein Paar mit einem selbstgebauten kleinen Anhänger, in dem quasi nur das Bett Platz hatte. Kochen und Essen musste im Freien stattfinden. Irgendwie ganz fein ausgedacht und konstruiert, aber bei dem Wetter hier nicht unser Fall.

Das es im Jahr 2026 im Mai und Juni auf Newfoundland deutlich kühler war als im langjährigen Durchschnitt, war das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Faktoren. Großräumige atmosphärische Strömungsmuster, die Lage des Jetstreams sowie die kalten Meeresströmungen vor der Küste beeinflussten das Wetter über Wochen hinweg. Auch die Einheimischen warteten sehnsüchtig auf wärmere Tage und bei Temperaturen um 14 °C wurden vielerorts bereits die Sommersachen ausgepackt.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die ungewöhnliche Lage des Jetstreams über Nordamerika. Während sich im Westen Kanadas warme und teilweise extreme Hitzeperioden entwickeln konnten, blieb der Osten unter dem Einfluss eines langanhaltenden Höhentrogs. Solche Wetterlagen können Tiefdruckgebiete über längere Zeit in einer Region festhalten.

Dieser Höhentrog begünstigte über Newfoundland wiederholt Tiefdruckgebiete mit kühlen und feuchten Luftmassen. Statt warmer Luft aus südlichen Regionen gelangte häufig maritime Polarluft vom nördlichen Atlantik auf die Insel. Verstärkt wurde die Abkühlung durch den Labradorstrom, der kaltes Wasser, Schmelzwasser und im Frühjahr auch Packeis aus arktischen Regionen nach Süden transportiert. Die kalte Meeresoberfläche kühlt die darüberliegende Luft ab und sorgt für das typische Wetterbild Newfoundlands: Wolken, Nebel, Wind und immer wieder Regen. Der Sommer kann sich dadurch spürbar verspäten.

Ein Blick auf die Klimatabellen der vier Orte macht die regionalen Unterschiede deutlich: St. Anthony liegt ganz im Norden der Insel, Twillingate und Fogo Island im Nordosten, Port aux Basques im Südwesten an der Fährverbindung nach Nova Scotia und St. John’s ganz im Osten auf der Avalon Peninsula.








Saisonzeiten

Auf Newfoundland ist die touristische Saison etwas anders gelagert als in vielen anderen Teilen Kanadas. Natürlich kann man die Insel das ganze Jahr über besuchen, im Winter ist das touristische Angebot jedoch stark eingeschränkt. Viele saisonale Unterkünfte, Restaurants, Museen und Campingplätze schließen bereits im Herbst und öffnen erst wieder im späten Frühjahr.

Die eigentliche Reisesaison beginnt ungefähr mit dem Victoria Day-Wochenende Ende Mai. Andere orientieren sich am 1. Juni als Saisonstart. Trotzdem sollte man nicht erwarten, dass in kleineren Orten, davon gibt es hier sehr viele, bereits alles geöffnet ist. Restaurants, Hotels, Souvenirläden und Ausflugsanbieter starten häufig erst nach und nach in die Saison. Der Victoria Day ist übrigens kein fester Kalendertag, sondern findet immer am Montag vor dem 25. Mai statt und sorgt damit für ein langes Wochenende.

Viele Kanadier mit ihren großen Trailern und Wohnmobilen kommen bereits Ende Mai auf die Insel, um die beginnende Eisbergsaison zu erleben. Anfang Juni hatten wir zwar auch kalte Tage und einmal zwei Tage Dauerregen, aber die meisten Tage waren sonnig und von blauem Himmel geprägt.

Wer im Norden Eisberge sehen möchte, hat Anfang Juni sehr gute Chancen. Besonders St. Anthony an der Nordspitze sowie Twillingate und Fogo Island gehören zu den besten Regionen entlang der Iceberg Alley. In Twillingate liegt das Maximum oft eher Ende Mai bis Mitte Juni, im Norden (St. Anthony / Iceberg Alley) kann es später sein.

Nicht jedes Jahr ist ein gutes Eisbergjahr, es gab Jahre mit wenigen Sichtungen. Wir hatten Glück, 2026 war sehr gut mit vielen Eisbergen. Mehr dazu findet Ihr auf der Seite Iceberg Alley.

Zu dieser Zeit können die Stellplätze auf den Campingplätzen bereits knapp werden. Wer eine feste Route mit vielen Etappen plant, sollte reservieren. Wer dagegen flexibel ist und nicht unbedingt Strom- und Wasseranschlüsse benötigt, findet oft auch kurzfristig noch Möglichkeiten.

Nach unserem Unfall war Fraserway leider nicht in der Lage, kurzfristig einen Ersatzcamper bereitzustellen. Das eigentliche Nadelöhr waren die Fährverbindungen: Fahrzeugplätze und Kabinen waren bis Ende August weitgehend ausgebucht. Auch auf Newfoundland selbst waren nicht einmal mehr einfache Mietwagen verfügbar, da die Fahrzeuge bereits lange im Voraus reserviert waren. So blieb uns nur die Rückreise nach Halifax, wo wir schließlich einen neuen Camper übernehmen konnten.

Juli und August sind die absolute Hauptreisezeit auf Newfoundland. Das Wetter ist dann meist am stabilsten und wärmsten, mit Tageshöchsttemperaturen, die häufig zwischen 15 und 25 Grad liegen. Die meisten Eisberge sind zu dieser Zeit allerdings bereits weiter nach Süden gezogen oder geschmolzen, und auch viele Papageientaucher verlassen die Kolonien ab Mitte/Ende August, aber je nach Kolonie und Wetter gibt es bis in den September hinein noch Chancen. Die Lachswanderung ist auch sehenswert, je nach Art und Fluss kommen Lachse schon ab Mai/Juni, der Höhepunkt ist aber oft Juni bis August.

In diesen beiden Monaten ist die touristische Infrastruktur vollständig geöffnet. Fähren, Museen, Bootstouren und Restaurants haben zuverlässige Öffnungszeiten. Beliebte Nationalparks wie der Gros Morne, Unterkünfte an der Küste, Fährpassagen und Mietfahrzeuge sind jedoch oft Monate im Voraus ausgebucht. Spontanes Reisen ist deshalb in der Hochsaison deutlich schwieriger.

Der Spätsommer und frühe Herbst bringen eine ganz besondere Stimmung. Die großen Besucherströme sind verschwunden, die Landschaft färbt sich langsam in kräftige Herbsttöne. Der Herbst ist auf Newfoundland auch die Zeit der Beeren. Auf den offenen Heidelandschaften reifen wilde Blaubeeren, in den Mooren findet man die begehrte Bakeapple (Moltebeere), und später im Jahr werden Partridgeberries und Cranberries gesammelt. Viele kleine Hofläden bieten dann selbstgemachte Marmeladen und traditionelle Spezialitäten an. Die Temperaturen werden frischer, aber viele Reisende schätzen die klaren Tage, die ruhigere Atmosphäre und die intensiven Farben der Natur.

Ab Oktober geht Newfoundland langsam in den Winterschlaf über. Viele touristische Einrichtungen, saisonale Hotels und Campingplätze schließen. Der Schwerpunkt verlagert sich auf Winteraktivitäten wie Schneemobilfahren und Skilanglauf. Besonders abgelegene Regionen können durch Schnee, Eis und schwierige Straßenverhältnisse schwerer erreichbar sein.

Für Camper ist die Zeit von Mitte Juni bis Anfang Juli wahrscheinlich der beste Kompromiss: Die meisten Einrichtungen sind geöffnet, Eisberge und Zugvögel sind noch da, die Tage sind extrem lang und die großen Besuchermassen des Sommers haben Newfoundland noch nicht erreicht. Wer allerdings vor allem Wale, Puffins und stabiles Wetter sucht, ist im Juli ebenfalls sehr gut unterwegs.








Video zum Thema

| Weltreisen | Kanada | Newfoundland | Site-Map | HOME |

| Datenschutz | Impressum |