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Auf Newfoundland gibt es nicht allzu viele Straßen, bis auf einige Stichstraßen zur Küste und eine Handvoll Querverbindungen dort gibt es eigentlich nur den Trans-Canada Highway von Port aux Basques nach St. John's über gut 900 km. Trotzdem kommen hier über die Nebenstraßen zur zerklüfteten Küste ordentlich Kilometer zusammen. Für eine Orientierung habe ich mal einige Tabellen angelegt. Schön für deutsche Touristen: Hinweistafeln, Verkehrsschilder und -regeln arbeiten mit km/h, nicht mit Meilen.
Hilfreich bei der Routenplanung ist die Webseite 511nl.ca, dort gibt es aktuelle Hinweise zu Straßensperrungen und Baustellen für Newfoundland, ähnlich wie auf 511.novascotia.ca für Nova Scotia. Wenn man sich dort einen kostenlosen Account anlegt, kann man sich zu geplanten Routen aktuelle Benachrichtigungen zusenden lassen.
Beim Department of Transportation gibt es sogar eine Karte mit den Standorten von Webcams, wo man sich den aktuellen Straßenzustand und das Wetter anschauen kann. Wie man auf den Kamerabildern sehen kann, ist der Verkehr doch sehr entspannt.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man auf die Tankanzeige richten. Am Trans-Canada Highway von Port aux Basques nach St. John's sind es meist etwa 120 km bis zur nächsten Tankstelle. Wer jedoch zur Nordspitze nach St. Anthony fährt, sollte frühzeitig Tanken, da die Abstände zwischen geöffneten Tankstellen lang sein können. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Tankstellen am Sonntag und/oder Montag geschlossen haben können, manche haben auch nur Normalbenzin und keinen Diesel im Angebot. Zum Glück gibt es einige Tankstellen mehr als auf Google-Maps angezeigt werden, aber als Tourist weiß man das natürlich nicht im Voraus.
Ein extrem wichtiges Thema auf Newfoundland ist die Elchgefahr. Die Insel hat eine sehr hohe Elchdichte, und Zusammenstöße verlaufen aufgrund der Größe der Tiere oft schwer. Da ihr dunkles Fell das Scheinwerferlicht kaum reflektiert, sollte man Fahrten in der Dämmerung und nachts nach Möglichkeit ganz vermeiden. Wir haben ein Autowrack gesehen, dessen Besitzer das Treffen mit einem Moose nicht überlebt hat.
Durch den strengen Winter und die Frostwechsel weisen viele Küstenstraßen und Nebenstrecken teilweise recht tiefe Schlaglöcher auf. Auch auf dem Trans-Canada Highway muss man im Sommer immer wieder mit Baustellen, Schotterabschnitten und Rollsplitt rechnen.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind plötzliche Wetterumschwünge, sehr dichter Küstennebel und starke Seitenwinde, die eine angepasste Fahrweise erfordern.





Da die international bekannten Vermieter von Campervans auf Newfoundland keine Niederlassungen haben, muss man mit der Autofähre von Nova Scotia aus übersetzen. Das Unternehmen Marine Atlantic bedient die Insel mit vier großen Schiffen ab dem Hafen von North Sydney aus, ein fünftes Schiff ist für Ende 2026 geordert. Mehr zu unserer Fährfahrt findet Ihr auf dieser Seite.
Dabei gibt es auf Newfoundland zwei Zielhäfen: Port aux Basques im Südwesten direkt gegenüber von Nova Scotia mit etwa ca. 7 Stunden Fahrt für die rund 178 km und die 520 km lange Strecke nach Argentia im Osten Newfoundlands mit etwa 16 Stunden Fahrzeit.
Die lange Strecke ist besonders für die Bewohner von St. John's interessant, denn von dort nach Argentia sind es nur 130 km. Nach Port aux Basques wären alternativ 902 km zu fahren, also 772 km mehr. Da ist die Fähre meist die entspanntere Wahl, man kann unterwegs schlafen und essen. Allerdings wird diese Route nur dreimal in der Woche bedient und ist entsprechend schneller ausgebucht als die kurze Verbindung. Größtes Manko: Die Fähre verkehrt dort nur etwa von Mitte Juni bis Ende September!
Die Schiffe von Marine Atlantic sind je nach Baujahr ziemlich groß und bieten auf 8 Fahrspuren auf mehreren Autodecks bis zu 2,5 km Parkspuren für Fahrzeuge. Bis zu 1.000 Passagiere haben Platz, die neueren Fähren haben eine Länge von knapp 300 Metern.
Weitere kleinere Fähren werden vom Department of Infrastructure betrieben, wie überall in öffentlicher Hand, wenn es das allgemeine Interesse erfordert, aber nicht profitabel genug ist, um privatisiert zu werden. Dies betrifft etliche Fähren im Norden von Labrador und im Süden von Newfoundland, wo es keine Straßenverbindung gibt. Des Weiteren gibt es Anbindungen von Inseln vor Newfoundland, die wichtigsten Linien für Touristen sind dabei die Fähren von Farewell im Nordosten nach Fogo Island und Change Islands.
Eine weitere kurze, tägliche Fährverbindung von etwa 90 Minuten gibt es im Norden von St. Barbe hinüber nach Blanc-Sablon auf dem Festland, im Nordzipfel der Provinz Québec. Von da geht es aber nicht weiter nach Québec-Stadt, weil es dort keine Straße in Richtung Süden gibt, sondern auf einem Umweg über 2.100 km durch das einsame Labrador direkt nördlich davon.
Es gibt sogar eine direkte Fährverbindung zwischen Neufundland und dem französischen Überseegebiet Saint-Pierre und Miquelon. Diese internationale Fähre in Neufundland im Hafenort Fortune, am südlichen Ende der Burin-Halbinsel, ab. Die Route wird von der Fährgesellschaft SPM Ferries betrieben. Da man kanadisches Staatsgebiet verlässt und französisches Hoheitsgebiet betritt, sind Grenzkontrollen erforderlich. Man benötigt für die Einreise einen gültigen Reisepass, auf den Inseln gilt der Euro und eine andere Zeitzone (+30 Minuten gegenüber Neufundland).
Sollte eine Fähre aufgrund von Wetterbedingungen ausfallen oder einen technischen Defekt haben, ist der Service für gebuchte Fahrten recht spartanisch: Man bekommt aktuelle Informationen und wird auf die nächste mögliche Fähre umgebucht. Eine reservierte Kabine ist dann vermutlich weg.
Zum Thema Erstattung hatten wir eine sehr positive Erfahrung: Die kanadische Regierung hat die Preise für Fährverbindungen für 2026 halbiert. Da wir schon 2025 gebucht und bezahlt hatten, bekamen wir erst eine Info-Mail und kurze Zeit später die Hälfte des Preises für Fahrzeug und Passagiere automatisch zurück, der Kabinenpreis blieb gleich. Auch die Stornierung der Rückfahrt von Passagieren, Kabine und 25-Fuß-Camper nach unserem Unfall war problemlos. Das Geld wurde proplemlos und automatisch auf die Kreditkarte zurückgebucht - und kam sogar auf unserem Konto an, obwohl gerade diese Karte seit mehreren Monaten nicht mehr gültig war. Offenbar kannte die Bank noch unser Referenzkonto.










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