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STRUISBAII UND AGULHAS

Nun ist man im Urlaub in Südafrika. Und dann steht da an der Straße ein Schild: "southernmost point of afrika", übersetzt "südlichster Punkt Afrikas". Und der heißt "Cape Agulhas". Was nun?

Eigentlich gibt es da nicht viel zu sehen und eigentlich liegt es viel zu weit ab vom Weg. Eigentlich gibt es viel mehr andere Dinge zu gucken. Eigentlich nützen alle guten Argumente nichts: man muss einfach hin. Wo man doch fast da ist... Fast da..... Gegenwehr ist zwecklos.

So erging es uns bei einem der ersten Besuche in Südafrika und wir haben das Kap besucht. Die uralten Bilder, die noch Scans vom Dia waren, habe ich nun gelöscht. Denn im Jahr 2005 waren wir noch einmal hier. Als Tagesausflug vom Goodluck Homestead bei Stanford sind wir über Struisbaii zum Kap Agulhas gefahren.

Alle Wege zum Kap führen über den Ort Bredasdorp, eine mittlere Kleinstadt und wichtiger Verkehrsschnittpunkt. Mit den vielen Geschäften und der zentralen Lage in Overberg dient Bredasdorp vielen Bewohnern der umliegenden Orte und Farmen als Einkaufsstadt. Ausserdem ist hier ein Zentrum der Wollindustrie.

Von Bredasdorp sind es noch ca. 24 km weiter Richtung Küste und man erreicht Struisbaii. Am Ortseingang stehen einige historische, weiße, reetgedeckte Fischerhäuser: die Hotagterklip Cottages. Struisbaai hat sich natürlich in den letzten 20 Jahren ebenfalls verändert, jedoch ohne seinen Charakter zu verlieren. Der Ort ist lebendiger geworden, mit mehr Ferienhäusern und Infrastruktur, aber noch immer klar vom Meer und vom langen, geschwungenen Strand geprägt. Der Hafen mit Besuch von Rochen, die Fischerboote und die ruhige Alltäglichkeit bestimmen weiterhin das Bild.

Besonders eindrücklich ist der Strand "Die Plaat". Wir wollten hierher einen kurzen Abstecher machen, kamen aber trotz Allrad nicht ganz bis ans Ende, weil meterhoch feinster Sand auf der Zuwegung Hügel und Dünen bildete. Da niemand sonst hier war, haben wir das Auto am Wegrand stehen gelassen und sind zu Fuß in Richtung Strand gegangen.

Der Sand der Dünen ist gleißend weiß hier. Der Strandabschnitt ist lang, windoffen und weitgehend unberührt. Auf vielen Flächen war der Sand bis auf den kiesigen Untergrund weggepustet. Keine Promenade, kein Lärm, keine Bausünden im Hintergrund. Nur die teilweise bewachsenen Dünen, das Meer und der Himmel. Im Vergleich zu Agulhas und Struisbaai wirkt "Die Plaat" fast zeitlos und ist der perfekte Gegenpol zur touristischen Entwicklung der Region. In den Dünen fanden wir blühende Pflanzen, die von unzähligen Schmetterlingen besucht wurden.

Auf der anderen Seite vom Ort, vorbei an zahlreichen Freienhäusern, dem Hafen und dem kleinen Ortszenztrum, findet man eher eine Küste mit Felsen, wo das Meer sich bei Ebbe in geschützten Felsbecken zurückzieht. Das Wasser ist klar, während rundherum die Brandung gegen die Felsen schlägt. In den Pools entdecken wir kleine Fische, Krebse und Muscheln, während Möwen, Kormorane und Austernfischer über unsere Köpfe fliegen.






Agulhas

Von Struisbaii sind es jetzt nur noch 6 km bis zum Ort Agulhas. Wir kommen an, zwanzig Jahre nach unserem ersten Besuch, und vieles wirkt zugleich vertraut und verändert. Auch dieser Ort hat sich natürlich entwickelt. Agulhas ist gewachsen, aufgeräumter und touristisch etablierter. Es gibt mehr Gästehäuser, Restaurants und Selbstversorger-Unterkünfte.

Agulhas liegt knapp 250 km südöstlich von Kapstadt und kann außer einem schönen Leuchtturm, dem flachen Strand und einem angrenzenden Nationalpark mit einzigartiger Flora sonst nicht viel Sehenswertes bieten.

Hier findet man die an der Südküste Afrikas übliche Ansammlung an Ferienhäusern in unterschiedlichen Stilrichtungen bunt zusammengewürfelt mit wenig Grün. Es gibt mittlerweile sowas wie ein kleines Zentrum mit ein paar Restaurants, die Fischgerichte anbieten.

Das Cape Agulhas ist ein besonders windumtostes Kap, aber die Grundstückspreise hier sind hoch, weil viele reiche Städter hier Ruhe in ihren Villen suchen.

Portugiesische Seefahrer nannten Afrikas südlichste Spitze einst Cabo das Agulhas, "Nadelkap". Dafür gibt es der Einfachheit halber gleich zwei Erläuterungen: Die eine Legende schreibt die Namensgebung den spitzen Felsnadeln vor der Küste zu, an denen viele Schiffe strandeten.

Die andere Erklärung geht ans nautisch-eingemachte: Normalerweise zeigt eine magnetische Kompassnadel nicht genau nach Norden, weil der magnetische Nordpol nicht genau auf der Erdachse liegt. So gibt es immer eine so genannte Missweisung zwischen Magnetkompass und Polarstern. Das ist auch auf der Südhalbkugel der Erde so. Am Kap Agulhas gibt es aufgrund von Eisenerz im Gestein eine magnetische Anomalie: Die Kompassnadel zeigt hier am Kap korrekt auf den geografischen Nordpol.

Die zweite Erklärung ist wohl die zutreffendere, zumal ältere Berichte in etwas übertriebener Weise von tanzenden und verrückten Kompassnadeln sprechen. Im ersten Fall müsste es ja auch "Nadelküste" heißen.







Am südlichsten Punkt

Der markante Leuchtturm von Cape Agulhas ist eines der markantesten Bauwerke am südlichsten Punkt Afrikas und zugleich der zweitälteste noch aktive Leuchtturm Südafrikas. Er wurde 1848 in Betrieb genommen, nachdem die Küste wegen zahlreicher Schiffswracks als besonders gefährlich galt. Der massive, weiß getünchte Steinturm steht bewusst etwas erhöht im Hinterland, um bei Sturm und schlechter Sicht besser wahrgenommen zu werden.

Heute ist der Leuchtturm restauriert und öffentlich zugänglich. Im Inneren befindet sich ein kleines Museum, das die Geschichte der Seefahrt, der Navigation und der vielen Unglücke vor dieser Küste dokumentiert. Von oben bietet sich ein weiter Blick über die flache Küstenlandschaft und das Meer und direkt nebenan wurde bei unserem Besuch gerade an einem neuen Besucherzentrum gebaut.

Der südlichste Punkt Afrikas ist heute leicht zu erreichen. Wo früher vor allem Weite, Wind und ein einsamer Steinmarker dominierten, finden wir nun gepflegte Holzwege, Beschilderung und Parkplätze.

Der geografisch definierte südlichste Punkt Afrikas befindet sich auf den Koordinaten etwa 34°49'58" S, 20°00'12" E. Hier treffen der Atlantische Ozean im Westen und der Indische Ozean im Osten aufeinander. Viele Touristen glauben aber immer noch, der Süden Afrikas würde sich am Cape Point befinden. Immer noch vorhanden ist der Steinhügel mit einer Kupfertafel, der die genaue Position markiert.

Ein markantes neues Highlight ist die "Iconic Map of Africa", ein Monument, das am 26. März 2019 eingeweiht wurde. Dabei handelt es sich um eine etwa 30 Meter große stilisierte Karte des afrikanischen Kontinents, die gemeinsam vom südafrikanischen Tourismusministerium und SANParks im Agulhas Nationalpark errichtet wurde. Mit starker Überhöhung sind alle großen Flüsse und Gebirge des Kontinets ausmodelliert und gut erkennbar. Sie steht in unmittelbarer Nähe des südlichsten Punktes und ist auf Besucher ausgelegt: man kann um sie herumgehen oder sie begehen.

Auf Klippen 4 km westlich liegt seit vielen Jahren das vor sich hin rostende Wrack des gestrandeten chinesischen Frachters Meisho Maru 38. Die Küste mit Felsriffen, äußerst gefährlichen Strömungen und unberechenbarem Wetter gehört auch heute immer noch zu den gefährlichsten Küsten der Welt. Seit 1550 liefen mehr als 130 Schiffe auf Grund, dies entspricht fast einem gesunkenem Schiff pro Kilometer der Overberg-Küste.

Der Agulhas Nationalpark liegt am südlichsten Punkt Afrikas im Western Cape, etwa 260 km südöstlich von Kapstadt. Er wurde offiziell am 23. September 1999 gegründet und umfasst rund 21.000 Hektar mit Küstenlandschaften, Fynbos-Vegetation, Feuchtgebieten und historischen Stätten. Der Park wird von South African National Parks verwaltet und man kann hier auch wohnen.








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