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Ruhig, naturnah und ohne viel Verkehr, aber dafür zur richtigen Zeit mit nah vorbeischwimmenden Walen, das ist der Ort De Kelders. In diesem Ortsteil von Gansbaai haben wir 2025 gewohnt für zwei Nächte gewohnt, im schönen Kleinzee Oceanfront Guesthouse mit direktem Meerblick und Walbeobachtung schon zum Frühstück von der Terrasse. Weil uns das so gut gefallen hat, haben wir für 2026 gleich noch einmal vier Nächte gebucht.
Man kann gut zu Fuß unterwegs sein im Ort und entlang der Küste spazieren. Nicht weit entfernt beginnt das Walker Bay Nature Reserve, ein längs der Küste liegendes, geschütztes Gebiet zwischen Stanford und De Kelders das von Cape Nature verwaltet wird. Es umfasst etwa über 17 Kilometer Küstenlinie mit Stränden, Felsen, Düne und Fynbos-Vegetation.
Dort kann man die Klipgat Caves erkunden, die von unserem Guesthouse fußläufig entfernt waren. Dort wollten wir schon lange mal hin und haben es irgendwie bisher nie geschafft. Der Zugang erfolgt über den Eingang zum Nature Reserve. Der Eintritt kostet aktuell (Stand 2025) R65 pro Erwachsenen und wird am Eingangstor bezahlt. Damit hat man Zugang zwischen 07:00 bis 19:00 Uhr Zugang zum Reservat mit schönen Wanderwegen, zu den Höhlen und zu einem wunderbaren weißen Strand
Wer die Höhlen erkunden möchte, der sollte am besten feste Schuhe tragen. Der Weg ist nur am Anfang glatt, es geht vom Plateau steil hinunter bis zum Strand. Dann muss man ein Stück über lose Steine und Felsen laufen auf dem Weg zu den Höhlen. Achten sollte man auch auf die Gezeiten, am besten kommt man bei Ebbe, da der Weg über Felsen nah an der Wasserline entlang läuft und die Höhlen bei Flut eventuell unzugänglich sein können.
Die Klipgat Caves sind ein historisch und archäologisch bedeutender Teil des Walker Bay Nature Reserve. Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass schon Menschen des Middle Stone Age vor etwa 65.000–85.000 Jahren diese Höhlen nutzten. Später, vor etwa 2.000 Jahren, nutzten auch Khoi und San-Völker dieses Gebiet.
Die Höhlen sind über einen kleinen Steg und einen nicht markierten Pfad erreichbar - man sieht ja ungefähr, wo die Löcher in der Felswand sind. Zuerst über dicke Steine und einen großen Felsblock erklimmen, dann erreicht man die erste Höhle über ihren Nebeneingang. Auch hier besteht der Boden aus dicken Steinen. Hier noch nicht aufgeben, die wirklich große Höhle liegt den noch einmal den Haupteingang wieder hinaus und dann links um die Ecke einen Holzsteg hinauf. An der Decke hängen Wildbienen in einem Felsloch und man hat eine schöne Aussicht auf Klippen und das Meer.
Die Klipgat-Höhlen gehören zu den archäologisch bedeutendsten Fundstellen der südafrikanischen Küste und bieten einen direkten Einblick in die früheste menschliche Besiedelung der Region. Erste systematische Ausgrabungen begannen in den 1960er-Jahren. Es wurden Skelettreste anatomisch moderner Menschen (Homo sapiens) entdeckt. Die Ausgrabungen hier belegen eine Nutzung der Höhlen über mehrere prähistorische Perioden hinweg. Ein Teil der Funde wird heute in Museen und universitären Sammlungen aufbewahrt.
Man fand viele Steinwerkzeuge aus Quarz, Quarzit und Silcret, typisch für das Middle Stone Age. Spätere Schichten enthalten feinere Werkzeuge, Klingen und Schaber des Late Stone Age. Die Werkzeugtypen zeigen technologischen Fortschritt und Anpassung an die Küstenumgebung. Man fand große Mengen an Muschelschalen und Knochen von Fischen, Robben, Vögeln und kleinen Landtieren. Nachgewiesene Kochstellen, Herde und Ascheschichten zeigen, dass Feuer regelmäßig kontrolliert genutzt wurde: zum Kochen, Wärmen und zum Schutz.
Diese Funde zählen zu den ältesten Überresten von Homo sapiens mit modernem Aussehen weltweit und untermauern die Theorie, dass der moderne Mensch seinen Ursprung in Afrika hat, bevor er sich über die ganze Welt ausbreitete. Die Höhlen selbst stehen heute unter strengem Schutz und sind nur teilweise auf einem abgesperrten Weg zugänglich.












Das Walker Bay Nature Reserve umfasst mehrere zusammenhängende Küstenflächen, die sich zwischen Hermanus und Die Dam nahe Struisbaai erstrecken. Der größte Abschnitt, der als Walker Bay bekannt ist, reicht vom Klein River-Mündungsgebiet bis nach De Kelders bei Gansbaai.
17 Kilometer Strand warten hier auf Entdecker, es gibt verschiedene malerische Wanderwege entlang der Küste die spektakuläre Aussichten über die Bucht bieten.
Die Küstenbereiche des Reservats sind bekannte Plätze für Brandungs- und Meeresangeln. Für das Angeln sind aber Permits und die Einhaltung der marinen Vorschriften erforderlich. Da ist genau festgelegt wieviele Fische von welcher Art pro Tag pro Person geangelt werden dürfen und insgesamt liegt das Limit bei zusammengerechnet 10 Stück. Das Reservat ist auch ein interessantes Ziel für Ornithologen, besonders wegen Arten wie dem African Black Oystercatcher und anderen Küstenvögeln, die hier brüten oder jagen.
Die Hauptvegetation ist das sogenannte Strandveld, ein niedriges, wind- und salzresistentes Küstenbuschland mit Pflanzen wie Bietou, Blombos, Sour Fig und Waxberry. Dieses für die Region typische Pflanzenkleid ist wichtig für die Stabilität der Düne sowie die lokale Tierwelt. Hier leben auch Säugetiere, die man aber eher selten entdeckt: Cape Clawless Otter, Duiker, Steenbok und Bushbuck. In den flachen Bereichen finden sich auch Fischarten und andere Meeresbewohner.
Feuer ist ein natürlicher und notwendiger Bestandteil dieses Ökosystems. Viele Fynbos-Pflanzen sind feuerabhängig, denn die Samen keimen erst nach einem Brand. Alte, verholzte Bestände werden durch Feuer verjüngt. Natürliche Feuerintervalle liegen typischerweise bei 10–20 Jahren, abhängig von Standort und Niederschlag.
Leider kommt es immer wieder und auch immer öfter zu schweren Bränden in diesem Gebiet. Ein Großteil der Brände im Overberg-Gebiet gilt als menschenverursacht, besonders in Nähe von Siedlungen wie De Kelders, Gansbaai und Hermanus. Wir waren schon 2005 Zeuge von Bränden und auch 20 Jahre später brannten hier über 40 qkm Fläche, nur wenige Wochen nach unserem Besuch in den Höhlen.
Die Feuerwehr sowie mehrere Einsatzgruppen koordinieren die Brandbekämpfung über mehrere Fronten hinweg, darunter auch Stellen entlang der R43-Straße, die mehrmals gesperrt wurde, und weitere Küstenabschnitte. Die Lage war komplex, zum Teil mit mehreren Flammenfronten gleichzeitig und wechselnden starken Winden, was den Einsatz erschwerte. In einigen Sektoren wurde das Feuer auch nach über 12 Tagen noch nicht vollständig eingedämmt. Feuerlinien blieben aktiv über Tage mit Einsatz von Feuerwehr, Freiwilligen und Gemeinden.













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