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Nachdem wir eine schöne, kleine Wanderung auf dem Erdmantel am Tablelands Trail im Gros Morne Nationalpark gemacht hatten kam uns eine große Gruppe zur 10-Uhr-Führung entgegen, wir fuhren weiter auf der Route 431 Richtung Trout River. Die Straße führt durch die Trout River Gulch. Der Kontrast zwischen den rostfarbenen Tablelands und den grünen Bergen macht diese Strecke so spektakulär, und Parks Canada bezeichnet sie ausdrücklich als eine der eindrucksvollsten Straßen des Parks.
Nach den Tablelands wird die Landschaft zunächst wieder grüner. Die Route 431 windet sich durch ein langes Tal zwischen den Bergen. Links und rechts erlebt man diesen für Gros Morne typischen Gegensatz: die orange-braunen, fast vegetationslosen Hänge der Tablelands auf der einen Seite und die dicht bewaldeten, sattgrünen Berge auf der anderen. Auf einem der Berge lagen noch Schneereste, die wirkten, als würde uns der Berg böse ansehen, siehe Foto weiter unten.
Die Sonne an diesem Tag ließ die rötlichen Peridotitflächen regelrecht leuchten. Auf der rechten Seite entdeckten wir einen gut gefüllten Parkplatz, etwa 5 km östlich von Trout River und 15 km westlich des Discovery Centre bei Woody Point. Hier beginnt der Green Gardens Trail, den wir nicht mehr geschafft haben. Die Wanderung ist als moderat eingestuft und führt insgesamt etwa 9 km hin und zurück. Für die Strecke sollte man ungefähr 3 bis 4 Stunden einplanen, der Höhenunterschied beträgt hier rund 415 m.
Das Faszinierende dabei ist der dramatische Landschaftswechsel. Zunächst geht es durch die karge, rostfarbene Landschaft der Serpentine Barrens. Man wandert dabei tatsächlich auf Gestein, das ursprünglich viele Kilometer tief im Erdinneren lag. Die Vegetation ist entsprechend spärlich. Dann führt der Weg über einen Höhenrücken und bietet bereits einen schönen Blick hinüber zum Golf von St. Lawrence.
Anschließend beginnt der Abstieg durch borealen Wald. Irgendwann öffnet sich die Landschaft völlig unvermittelt, und man erreicht die wilde Atlantikküste der Green Gardens. Die Küste besteht aus vulkanischem Gestein, unter anderem Pillow-Basalt, das einst am Boden eines urzeitlichen Ozeans entstand. Durch die Brandung wurden daraus bizarre Sea Stacks, Klippen, Buchten und eine Meereshöhle herausgearbeitet. Erst später haben wir Bilder davon gesehen und es auf die Liste für den zweiten Besuch im nächsten Jahr gesetzt.
Am Ende der Gulch liegt das "Welcome to Trout River"-Schild und dahinter das kleine, bodenständige Fischerdorf sowie der Trout River Pond, an dem die Landschaft wieder ganz anders wirkt.
Der Ort liegt ganz am südlichen Ende des Gros-Morne-Nationalparks und hat sich seinen Charakter als traditionelle Fischergemeinde weitgehend bewahrt. Besonders schön ist die Waterfront mit dem Boardwalk, man sieht kleine Häuser, Fischerboote, das Meer und die Berge unmittelbar dahinter. Der Ort eignet sich wunderbar für einen Spaziergang und eine Pause. Direkt im Ort gibt es noch den Old Man Trail. Der führt hinaus Richtung Küste und Leuchtturm.










Wir sind dann abseits des Ortes noch einen Teil des Trout River Pond Trail gelaufen. Er beginnt an dem gepflegten Day-Use-Bereich mit großem Spielplatz und Toiletten am See und führt 14 Kilometer hin und zurück, dafür braucht man etwa 4 bis 5 Stunden und muss rund 280 m Höhenunterschied überwinden. Das war uns zu lang, es wurde auch immer windiger, und auf dem See waren schon hohe Wellen zu sehen.
Zunächst läuft man über blühende Wiesen, dann durch borealen Wald am Nordufer des 15 km langen, schmalen Süßwasserfjords namens Long Point Brook oder Trout River Pond, der tief in die Landschaft hineinreicht. Fast unterbrochen wird er von "The Narrows", einer schmalen Stelle zwischen Outer und Inner Pond. Auf der einen Seite erheben sich die Tablelands mit ihrem rostbraunen Peridotitgestein, auf der anderen Seite liegen die bewaldeten Hänge.
Bei der Wanderung am Ufer wird die Vegetation immer niedriger und spärlicher, bis man schließlich mitten in der eigentümlichen Landschaft der Tablelands steht. Bis dahin haben wir es nicht mehr geschafft und sind umgekehrt.
Falls wir wieder in der Region sind, können wir das noch einmal in Angriff nehmen. Schön wäre es, wenn man mit einem Boot auf dem Long Point Brook zum Endpunkt des Trails käme und dann nur die halbe Strecke zurücklaufen müsste. Eigentlich könnten lokale Anbieter Wanderer per Wassertaxi weit bringen, leider habe ich dazu kein Angebot gefunden. Nur diesen Vermerk auf der offiziellen Webseite von Gros Morne. Wahrscheinlich waren wir zu früh, und die Saison beginnt erst im Hochsommer.
Am Wegrand entdeckten wir zu unserer Freude eine Amerikanische Kröte (Anaxyrus americanus), die in Neufundland weit verbreitet ist. Sie wird etwa 5 bis 9 cm groß und kann in der Färbung von Braun und Grau bis zu Olivgrün reichen. Auffällig sind die dunklen Flecken auf dem Rücken, die meist jeweils mehrere kleine Warzen enthalten.
Hätte sie sich nicht bewegt, wären wir wahrscheinlich an dem gut getarnten Tier im Schatten vorbeigelaufen. Obwohl sie auf der Insel nicht heimisch ist, wurde sie dort eingeführt und hat sich seitdem erfolgreich etabliert.
Im Gegensatz zu Fröschen hat sie eine deutlich trockener wirkende, warzige Haut und relativ kurze Hinterbeine. Sie springt deshalb auch nicht so weit wie ein Frosch, sondern bewegt sich häufig eher in kleinen Sprüngen oder läuft ein Stück.
Gerade der feuchte Wald zwischen den kargen Tablelands und der Küste bietet der Kröte einen geeigneten Lebensraum. Die Tiere brauchen Feuchtigkeit, weil sie einen Teil ihres Wasserhaushalts über die Haut regulieren.
Nach der kleinen Wanderung setzten wir uns ins warme und windgeschützte Innere des Campers und machten erst mal eine späte Mittagspause, bevor wir am Nachmittag noch das Discovery Center und Woody Point an der Bonne Bay erkundeten.














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