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| Traumlandschaft |
Auf der ersten Seite habe ich schon einige Bilder der Flora und Landschaft gezeigt, hier geht es weiter.
Burnt Cape ist eine kleine, auf drei Seiten vom Meer umgebene Halbinsel von nur etwa 3,6 Quadratkilometern, und trotzdem eine der eigenwilligsten und einsamsten Landschaften, die wir in Neufundland gesehen haben. Viele Wanderwege gibt es hier nicht, die Landschaft am Burnt Cape wurde in ihrem natürlichen Zustand belassen oder in diesen zurückversetzt. Innerhalb der Grenzen des Schutzgebiets gibt es keine Gebäude und auch keine Hinweisschilder. Hier ist der Link zu einer Karte.
Hier findet man viele geologische und botanische Besonderheiten wie nackte Kalkstein-Barrens. Das sind weite, baumlose Flächen aus verwittertem Kalkgestein, die eher an die Arktis oder eine Mondlandschaft erinnern als an die sonst so waldreiche Insel. Frostpolygone sind geometrische Muster aus Steinen, die durch ständige Frost-Tau-Wechsel entstanden sind, ein Phänomen, das man sonst eher aus echten Permafrostgebieten kennt.
An der Nordwest- und Westseite fällt das Land in bis zu zwei Stockwerke hohen, senkrechten Klippen zum Meer ab. Bei Nebel oder Wind sollte man sich dieser Kante nur mit großer Vorsicht nähern. Beim Blick runter kann es einem auch bei Sonnenschein durchaus schon ein bisschen mulmig werden.
Leider haben wir eines der Highlights verpasst, weil wir der Straße zum Parkplatz gefolgt sind, anstatt vorher noch nach links abzubiegen. So haben wir die Whale Cave leider nicht gesehen. Dabei hatten die Bilder davon uns eigentlich hierher geführt, aber wir haben sie nicht gefunden. Andere Wanderer, die wir unterwegs trafen, hatten dasselbe Problem. Mann sollte die Karte am Eingang doch sorgfältiger studieren! Jedenfalls sind die Höhlen beliebte Fotomotive. Auf dem Rückweg hatten wir keine Kraft mehr, gegen den Wind noch die Abzweigung zu laufen. Das holen wir dann 2027 nach, wenn wir wieder hier in der Region sind.
Wir hielten uns also weiter nach rechts, wo wir den in der Schotterwüste kaum zu erkennenden Parkplatz erreichten. Ab hier geht es nur noch auf einem schmalen Fußweg weiter, der in Richtung Spitze immer schmaler wird, aber auch spektakulärer.
Vom Parkplatz erreicht man den "Little Oven", eine natürliche Felsaushöhlung in der Steilküste, der etwas größere "Big Oven" liegt weiter südlich, den haben wir nicht gesehen. Unten schäumt die Brandung türkis in den Felsspalten. Ab hier wird es jetzt zwischen Felskante links zum Meer hinunter und Felsabbruch rechts hoch ziemlich schmal.
Wir folgten dem ausgetretenen Pfad entlang der steilen Küste. Weit unten liegen Felsblöcke, die von Wellen und Brandung umtost werden. Kleine Strände, Möwen und steile Abhänge prägen hier das fotogene Bild, dazu bietet sich ein weiter Ausblick auf die Pistolet Bay. Wir konnten uns gar nicht sattsehen, und dazu schien auch noch die Sonne. Überall lagen die Überreste von Krabben und Muscheln, die Möwen fallengelassen hatten.
Während der Wanderung genießt man weite Ausblicke über die Strait of Belle Isle, bei klarer Sicht bis hinüber nach Labrador. Es gab sogar einen Eisberg, der ziemlich nah an der Küste lag und den man je nach Standort sehen konnte.
Bis Cannon Holes konnten wir bequem auf einem schmalen Pfad laufen, der ab und zu mit einem Holzpflock markiert war. Dort konnten wir über die abfallenden Felsen bis fast hinunter ans Wasser, wo starke Brandung in die schmalen Felsspalten knallte. Weiter Richtung Norden fanden wir dann keinen Weg mehr, der bis nach Burnt Cape führt. Daher kehrten wir um.
Auf dem Rückweg trafen wir noch zwei Kanadier, die am Tag zuvor mit uns auf dem Boot waren, als wir die Fahrt mit Daily Catch Ocean Tours zu den Eisbergen machten. Wir haben uns dann in der Traumkulisse gegenseitig fotografiert, denn an Paarbilder denken wir irgendwie ja nie selbst. Die beiden haben sogar einen Fuchs gesehen, da hatten wir leider weniger Glück.
Ein perfekter Tag mit Traumlandschaft am gefühlten Ende der Welt.













Raleigh ist ein winziger Fischerort ganz oben auf der Great Northern Peninsula, an der Ha Ha Bay gelegen. Der Name entsprach ursprünglich dem der Bucht, bevor der Ort 1914 zu Ehren von Sir Walter Raleigh umbenannt wurde. Er hatte 1956 noch 295 Einwohner, 2021 waren es nur noch 150.
Raleigh besitzt einen Hafen, der auf einer Seite von Burnt Cape vor den harten Wintern geschützt wird, dort können nach Stürmen bis zu 12 Meter hohe Schneewehen entstehen. Das Burnt Cape Ecological Reserve liegt innerhalb der Gemeindegrenzen von Raleigh. Wir sind nach dem Besuch dort mit dem Camper noch in den Ort gefahren, weil wir vor der Küste noch einen Eisberg gesehen hatten.
Historisch war Raleigh einst der belebteste Fischereihafen der Northern Peninsula, wovon heute noch die alten Stages und Wharfs am Wasser zeugen. Seit dem Kabeljau-Moratorium 1992 ist die Fischerei stark zurückgegangen, dafür gibt es inzwischen das nachgebaute Raleigh Historic Village, das ein Fischerdorf aus den 1940er-Jahren rekonstruiert und Bootstouren, Kabeljau-Jiggen und geführte Wanderungen anbietet. Auch einige Unterkünfte werden hier angeboten.
Die Ha Ha Bay, an der Raleigh liegt, ist also genau die Art von geschützter Bucht, in der sich Eisberge gerne für eine Weile festsetzen, bevor sie weiterdriften oder schmelzen. Wir konnten noch ein paar kleinere Stücke von der Back Cove Road aus fotografieren.













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