| Weltreisen | Marokko | Entlang der N9 | Site-Map | HOME |

| Naturschutz-Projekte |

 DÜNEN 

Die Dünenlandschaften des Erg Chigaga 50 km westlich von M'Hamid El Ghizlane bieten eine faszinierende Mischung aus geologischen, ökologischen und kulturellen Aspekten. Diese Dünen gehören zu den eindrucksvollsten Regionen am Rande der marokkanischen Sahara.

Auch direkt nördlich von M'Hamid finden sich kleinere Dünen, die im Vergleich zu Erg Chigaga weniger monumental sind. Dafür muss man hier nicht weit fahren und kann sich in wunderschönen festen Unterkünften wohnen, so wie in der Casa Juan bei Ksar Nesrate.

Die Dünen liegen hier direkt vor der Haustüre formen eine Übergangslandschaft zwischen den Palmenhainen des Draa-Tals und den massiveren Sandformationen im Süden. Der Boden unter den Dünen besteht oft aus einer Mischung aus Sand und feinem Lehm, der von gelegentlichen Regenschauern stabilisiert wird.

Der vorherrschende Passatwind aus Nordost formt die Dünen zu sichelförmigen Strukturen, den sogenannten Barchanen, die dynamisch ihre Form und Lage ändern können. Einst gab es auf dem Weg ins nächste Dorf einen Friedhof, da der Sand wandert schauen heute nur noch einige der Grabsteine heraus.

Trotz der kargen Umgebung gibt es vereinzelte, an die Trockenheit angepasste Vegetation. Die Region erhält durchschnittlich weniger als 100 mm Regen pro Jahr, wobei die Niederschläge unregelmäßig und oft in Form kurzer, intensiver Schauer auftreten. Wir waren sehr erstaunt über die Vielfalt, aber es hatte nach Jahren der Trockenheit im September, nur einige Wochen vor unserer Ankunft, hier heftig geregnet, und zwar mehr einen Jahresregen. Zum Vergleich: Zagora, die nächste größere Stadt, hat im Mittel im September 12 mm Regen, 2024 waren es in zwei Tagen über 200 mm.

Die Region ist anfällig für plötzliche Überschwemmungen nach starken Regenfällen, da der trockene Boden Wasser schlecht aufnimmt. Daher können selbst geringe Niederschlagsmengen zu kurzfristigen Veränderungen in der Landschaft führen und die traditionellen Lehmhäuser der Bewohner zerstören.

So wachsen hier zwischen den Sanddünen Pflanzen, die salzhaltige Böden tolerieren wie z. B. Tamarisken. Nach seltenem Regen sprießen Wüstenblumen und Gräser schnell, bilden jedoch nur temporäre und sehr kurz grüne Flächen.

Wüstenmäuse und Eidechsen haben wir leider nur extrem schnell weghuschen sehen und konnten die scheuen Tiere nicht fotografieren. Auch Geckos und Sandvipern sind häufig anzutreffen. Das Vogelleben besteht meist aus Wanderfalken und Wüstensperlingen.

Am Abend war das Licht auf den Dünen am schönsten. Von der höchsten Düne aus konnte man ganz wunderbar den Sonnenuntergang erleben und für die Kamera vom Chef trug Abdou sogar den Tee bis ganz nach oben. Was mir dann ebenfalls wunderbare Fotomöglichkeiten bescherte.








Naturschutz-Projekte

Das Draa-Tal, das südlich von Zagora bis M’Hamid und dann weiter bis zum Atlantik reicht, war einst von üppigen Palmenhainen geprägt. Durch Klimawandel, Übernutzung und sinkende Grundwasserspiegel sind viele dieser Oasen bedroht - die Auswirkung der Trinkwasserstauseen im Atlasgebirge für den Bedarf der Großstädte darf man auch nicht vernachlässigen. Die Dünenlandschaft dient traditionell als Weideland für Berbernomaden, die hier mit ihren Kamelen und Ziegen durchziehen. Wasser ist extrem knapp und wird aus Brunnen oder Oasen geholt. Der Klimawandel und die menschlichen Eingriffe, wie die Überweidung durch Ziegen, führen zur Verlagerung der Dünen und zur Bedrohung der darauf wachsenden Vegetation.

Nördlich von M'Hamid liegen kleine, verstreute Siedlungen wie Ouled Driss, Ksar Nefrate und Tagounite, die als Übergangsorte zwischen der Draa-Oase und der Wüste dienen.

Einige Naturschutz-Projekte zielen darauf ab, traditionelle Methoden der Landbewirtschaftung zu fördern und die empfindlichen Ökosysteme zu erhalten. Diverse Initiativen widmen sich der Wiederherstellung degradierter Ökosysteme, dem Schutz der Flora und Fauna und der Förderung nachhaltiger Lebensgrundlagen für die lokale Bevölkerung. Diese Initiativen werden häufig von internationalen Organisationen wie der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und lokalen NGOs gefördert. Lokale Organisationen wie Association Zaila arbeiten an der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und des Ökotourismus.

Diverse Projekte und Maßnahmen werden hier umgesetzt. So wie die Wiederbepflanzung von Dattelpalmen und anderen heimischen Pflanzenarten. Dazu gehört die Förderung traditioneller Bewässerungssysteme wie Khettaras, das sind unterirdische Kanäle, um die Wasserknappheit nachhaltig zu bewältigen.

Dazu kommt der Bau von Sanddünen-Barrieren aus natürlichen Materialien wie Palmenzweigen, um wandernde Dünen zu stabilisieren. Und die Einrichtung von Graspflanzungen wie Halfa-Gras, die ebenfalls als natürliche Barrieren gegen Erosion dienen.













Google Map zum Thema

| Weltreisen | Marokko | Entlang der N9 | Allgemeines | HOME |

| Datenschutz | Impressum |