| Weltreisen | Marokko | Unterkunft | Site-Map | HOME |

| Lage | Zimmer | Frühstück | Essen | Fazit |

CASA JUAN

Die meisten Touristen, die sich südlich von Zagora bewegen haben ein Ziel: den Ort M’hamid El Ghizlane und von dort aus buchen sie eine Fahrt in die Wüste in eines der Desert Camps des Erg Chigaga. Oft nur für eine Nacht, mit Kamelreiten, Trommeln am Feuer, Tee trinken und dem gesamten Touristenprogramm.

Dazu hatten wir keine Lust und Wüste kannten wir einsamer von anderen Zielen wie Namibia oder Australien. Wir suchten nach einer Alternative aus schöner Unterkunft und ein bisschen Wüstenfeeling und fanden genau das Richtige: die Casa Juan, gelegen in einer Oase nahe dem kleinen Ort Ksar Nesrate.

Der spanische Fotograf Juan Antonio Munoz hat dieses Kleinod aus einer Ruine erstehen lassen. Die Inneneinrichtung ist wunderbar, eine schöne Sammlung von Kunstgegenständen, die er auf seinen vielen Reisen durch Afrika gesammelt hat. Dazu überall seine wundervollen Bilder, die man auch auf dieser Seite sehen sehen kann.

Jedes der acht Zimmer hat ein anderes Thema und ist entsprechend dekoriert. Nachdem wir unser Auto im Schatten von Bäumen vor dem Haus untergestellt hatten wurden wir gleich von Abdou, der Seele des Hauses, begrüsst. Er führte uns herum, zeigte jeden Raum und dann sassen wir erst mal gemütlich auf der schönen Dachterasse und entspannten mit netter Unterhaltung und einem Glas Tee. So fühlt sich Ankommen an.

Wir haben den ersten Tag hier in der Hotelumgebung verbracht, die Palmen und Dünen von der Dachterrasse betrachtet und das Ambiente im Haus genossen und fotografiert. Besonders die vielen zentralafrikanischen Masken und Kustgegenstände waren ein Traum. Man kommt sich vor wie in einem kleinen Museum.

Zufällig hatten wir danach noch ein weiteres Hotel gebucht, das ebenfalls Juan gehört: die Lodge Hara Oasis in Agdz. Ein drittes befindet sich in Ouarzazate, das Dar Kamar, mitten in der Taourirt-Kasbah. Alle sind in einem ähnlichen Stil eingerichtet.

Juan riet uns auch zu einer Rundfahrt Oasen und Berge und zu einer Nebenstrecke in Richtung Agdz und gab dazu Tipps. Da wir kein Allrad hatten und eine Brücke durch die starken Regenfälle im September 2024 beschädigt war, mussten wir bei Ksar Nefrate durch das Flussbett und über das steinige Ufer, was uns einen Reifenwechsel bescherte.

Das gesamte Personal im Hotel ist freundlich und sehr hilfsbereit. Im Garten im Innenhof laufen Pfaue herum, die auch unerwünschte Besucher wie Skopione in Schach halten. Es gibt hier weder Pool noch Fernseher, das haben wir aber auch nicht vermisst. Das WLAN ist in den Räumen rund um das kleine Büro gut, es gibt einen Schreibtisch und Sitzgelegenheiten in der Nähe. Der Lehm der dicken Wände schirmt gut ab, so dass das Signal oben auf der Dachterrasse oder im Zimmer zu schwach ist. Da half mal wieder unser kleiner Mobile-router mit marokkanischer SIM-Karte.

An den Außenwänden hatten die heftigen Regenfälle im Monat Spetember Spuren hinterlassen, da ist noch viel Arbeit zum neu Verputzen nötig.

Die Umgebung der Casa Juan ist einzigartig und ruhig, mit wenigen Schritten ist man auf der Hausdüne zum Sonnenuntergang oder kann die Dünen vor der Haustüre erkunden, mehr Bilder auf der Seite In den Dünen vor dem Hotel Casa Juan.

Eine kleine Reisegruppe wurde gerade auf ihrer Rundreise von Juan begleitet und gefilmt und war eine Nacht mit uns zusammen im Hotel. So kam Michael dazu, dass er zum ersten Mal im Leben auf einem Kamel sitzen konnte, denn für die Aufnahmen kamen extra Kamelführer mit ihren Tieren hierher. Mehr dazu auf der Seite Kamele und Raupen. Schaut Euch unbedingt unten das eingebundene Video an, als einige der Aufnahmen entstanden waren wir gerade vor Ort.





Lage

Das Hotel liegt am Rand von Douar Beni Mhamad bei Kfar Nesrate. Die Region gehört zu Tagounite, was widerum von Zagora aus verwaltet wird, das sich eine Fahrstunde weiter nördlich befindet. Nach M’hamid fährt man ca. 40 Minuten.

Die Anfahrtsbeschreibung bekommt man bebildert vor der Abreise, die Fahrt durch die engen Gassen eines kleinen Dorfes, vorbei an der Moschee ist abenteuerlich. Vor allem, wenn man dabei von einer Horde Kinder begleitet wird, die alle Casa Juan rufen und vorauslaufen. Denn die ist die einzige Unterkunft hier.

Man kann auch aus der anderen Richtung an- und abreisen, direkt neben der Schule "Collège Nesrate" den Weg an der großen Düne vorbei nehmen, für etwa 400 Meter. Allerdings gibt es hier auf der freien Fläche wechselnde Sandverwehungen und die Durchfahrt ändert sich von Tag zu Tag. Wir haben uns bei der Abfahrt in einer 20 cm hohen Düne festgefahren und mussten dann etwas schaufeln und Anschieben, um wieder frei zu kommen. Mit Allrad wäre dies der einfachere Weg.



Zimmer

Alle Zimmer in der Casa Juan sind individuell gestaltet und wunderschön. Wir durften überall hereinschauen und bewunderten die Tadelakt-Bäder, die Bilder und Kunstgegenstände und die Gestaltung. So hat man an einigen Stellen zum Beispiel leere Flaschen in die Tadelaktwände zum Badezimmer eingebaut, damit das Licht farbig hindurchscheint.

Drei Zimmer gehen von einem gemeinsamen Aufenthaltsraum links vom Eingang ab, ein weiterer Raum befindet sich rechts, mit einem kleinen Vorzimmer für die WLAN-Abhängigen. Die anderen vier Zimmer betritt man von der Veranda im begrünten Innenhof.

Die Zimmerthemen haben den Interieur angepasste Namen wie Indien, Marokko, Afrika oder Explorer. Die Räume sind zwischen 18 und 35 qm groß, einige haben ein Sofa als zusätzliches Bett für eine dritte Person.

Da wir ein großes Bett und keine französischen Maße haben wollten, hatten wir das Zimmer Indien gebucht. Auch weil uns die Einrichtung entsprechend den Bildern besonders gut gefallen hat. Das war eine gute Entscheidung, es ist eines der größeren Zimmer im Haupthaus und als Deluxe Doppelzimmer ausgewiesen. Auf dem Sofa kann noch ein Kind schlafen. Der Raum ist wunderschön in den Farben Hellbraun und Hellblau gehalten und wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Der Schrank ist offen, ein dort vorgesehender Kleiderständer war gerade der Überschwemmung einen Monat vorher zum Opfer gefallen.

Im großen, gemütlichen Bett kann man gut schlafen, es ist nicht zu hart und nachts ist es sehr, sehr ruhig hier. Die Klimaanlage funktioniert bestens, in der Nacht haben wir sie nicht gebraucht, da es in der Wüste gut abkühlt. Schön ist sicher auch der Ventilator, wenn es heiß ist.

Es gibt ein Fenster mit Mückennetz in Richtung Hof und ein kleineres Fenster an der Dusche zum Lüften. Im Badezimmer hat man viel Platz und Ablageflächen.



Frühstück

Das Frühstück nimmt man oben auf der schönen Dachterrasse ein, möglichst vor 9:00 Uhr - dann kann man an einigen Tischen auf dem Dach noch im Schatten sitzen. Der überdachte Platz hat erst nach der Frühstückszeit wieder Schatten, wenn die Sonne höher steht. Zu unserer Überraschung gab es hier sogar ein Buffet, an dem wir uns bedienen konnten. Dort stand das übliche Angebot an Pfannkuchen, Brot und Kuchen. Dazu in kleinen Töpfen mit Deckel Marmeladen, Honig, Amlou, Butter und Schmelzkäse. Dazu noch Tomaten mit Knoblauch.

Es gab täglich frisches Obst und die Getränke standen in Warmhaltekannen bereit. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft wurde dann am Tisch serviert.

Dazu gab es auch abgepackten Joghurt mit und ohne Früchte.




Essen

Bei guten Wetter wurden am Abend die Tische aus dem Speiseraum auf die Gartenterrasse getragen und wir nahmen das Abendessen unter dem Sternenhimmel ein. Es war mit schönen Tischdecken und stilvollen Stoffservietten eingedeckt, dazu Kerzenlicht. Die große Küche liegt direkt am Ende der Terrasse, dort wirbelten die Köchinnen und Abdou servierte das Essen.

Zuerst kam immer eine Schale mit Oliven und Brot, hinterher gab es als Abschluss Eisenkraut-Tee.

Am ersten Abend hatten wir eine leckere Gemüsesuppe, danach gab es bunten Salat mit Äpfeln und Granatapfel-Kernen und Karotten. Hauptgang war eine Tajine mit Huhn, Zwiebeln, Mandeln und Rosinen. Die war richtig lecker, saftig und lange gut durchgeschmort. Hier gab es drei große Bruststücke mit wenig Knochen, dazu geschmorte Zuchini. Nachspeise war dann Joghurt mit Honig, Erdnüssen und Fruchtstücken.

Am zweiten Abend bekamen wir eine schöne, cremige Kürbissuppe, gefolgt von Krautsalat mit Joghurtsauce und Gurken. Auch an diesem Abend gab es wieder eine Tajine, was sonst? Diemal mit 3 Beinscheiben Rindfleisch und Süßkartoffeln, dazu als Beilage Reis und Kürbiskonfit. Am Ende gab es dann noch ein Stück Käsekuchen.

Der dritte Abend begann ebenfalls mit einer Gemüsesuppe, die diesmal ebenso cremig war, aber anders schmeckte. Dann Reissalat. Hauptspeise diesmal keine Tajine, sondern Fleischspießchen mit Auberginenmousse, Linsen und einem uns unbekannten Gemüse. Am Ende gab es noch Yoghurt mit Datteln und Granatapfel-Kernen.

Auch der letze Abend überzeugte uns mit einer Auberginen und Kartoffelsuppe, gefolgt von einer Tajine mit Hackbällchen, Salat, gegrilltem Gemüse und Kartoffeln. Danach kam noch ein Apfelkuchen.




Fazit

Wunderschöne Lodge mit viel Ambiente und bestem Service am Rand der Wüste.

Im Oktober 2024 waren wir für 4 Nächte hier.

Hier ist ein Link zur casajuansahara.com/ Unterkunft.



Video zum Thema - unbedingt angucken !

Google Map zum Thema

| Weltreisen | Marokko | Unterkunft | HOME |

| Datenschutz | Impressum |