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Da der Hotelbesitzer und Fotograf Juan Antonio Munoz eine spanische Gruppe begleitete, die eine Nacht in der Casa Juan Station machte, lernten wir ihn kennen.
Er war jedoch sehr beschäftigt mit dem Projekt, diese Gruppe mit Foto und Video möglichst gut in Szene zu setzen. Für einen einzelnen Mann mit Kamera und Video, der gleichzeitig auch noch Regie führen, die "Komparsen" einweisen und die je nach Sonnenstand am besten geeigneten Schauplätze in der Umgebung auswählen musste, eine Mammutaufgabe. Gleichzeitig war das unser Glück, denn man reiste mit einigen Kamelen und ihren Führern. Die kamen auch zum Hotel und lagerten in der Nacht in den Dünen davor.
Kamele sind erstaunliche Tiere, sie können ohne Trinkwasser bei einer Temperatur von 45 Grad fast 10 Tage in der Wüste überleben und in dieser Zeit bis zu 150 Kilometer zurücklegen. Hier sind es Dromedare mit nur einem Höcker. Der Höcker speichert Fett, das das Tier als Energiequelle in langen Dürreperioden nutzen kann. So sind sie in der Lage, selbst beladen durchschnittlich 40 Kilometer pro Tag zurückzulegen.
Wenn sie jedoch Wasser in Reichweite haben und durstig sind, können sie bis zu 100 Liter trinken. In diesen Fällen ist es sehr wichtig, dass der Kamelführer die Flüssigkeitsaufnahme kontrolliert, da dies für das Tier eventuell tödlich sein kann.
Kamele können störrisch wirken, sind aber in der Regel friedliche Tiere. Der Umgang sollte ruhig und respektvoll erfolgen. Ich hatte leider früher in Israel schon mal eine unangenehme Begegnung mit einem schlecht gelaunten Kamel, das mich bespuckte und sogar beißen wollte. Seitdem nähere ich mich den mächtigen Tieren mit Respekt und am liebsten mit genug Abstand. Im Internet fand ich einmal ein Video, wo ein Mann ein Kamel schlecht behandelte, worauf dieses den Mann mit den Zähnen am Schlüsselbein packte, ihn hochhob und mehrere Meter weit wegschleuderte. Also, sei nett zu dem Kamel!
Michael hatte aber die Gelegenheit, hier mal ohne den üblichen Touristenrummel eine Runde um den Block zu reiten. Kamele sitzen meist im Liegen, um den Aufstieg zu erleichtern. Beim Aufstehen und Hinsetzen des Kamels wird es ruckartig, daher sollte man sich gut festhalten. Das hat er prima gemeistert.
Traditionell sitzt man auf einem einfachen Sattel oder direkt auf einer gepolsterten Decke, die über dem Rücken des Kamels befestigt ist. Die Beine hängen seitlich oder auf beiden Seiten des Kamels. Kamele bewegen sich in einer schaukelnden Weise, da sie beide Beine einer Körperseite gleichzeitig vorwärts setzen, das nennt man Passgang. Dies erfordert, dass der Reiter sich in den Bewegungsfluss des Tieres einzufügt.
Für Touristen sind Kamelritte oft geführt. Ein Einheimischer leitet das Tier am Strick und sorgt für Sicherheit. Der Ritt war nur kurz, einmal um die Hausdüne, aber für Michael ein Erlebnis, das schöne Bilder produzierte. Denn ich habe fotografiert.
Die Region südlich von Zagora erhält durchschnittlich weniger als 100 mm Regen pro Jahr, wobei die Niederschläge unregelmäßig und oft in Form kurzer, intensiver Schauer auftreten.
Die Region ist anfällig für plötzliche Überschwemmungen nach starken Regenfällen, da der trockene Boden Wasser schlecht aufnimmt. Daher können selbst geringe Niederschlagsmengen zu kurzfristigen Veränderungen in der Landschaft führen, was auch eine Explosion an Blüten und Insekten zur Folge hat. Leider zerstören die Wassermassen auch Infrastruktur und die traditionellen Lehmhäuser der Bewohner.
Wir waren bei Spaziergängen in den nahen Dünen sehr erstaunt über die Vielfalt, aber es hatte nach Jahren der Trockenheit im September, nur einige Wochen vor unserer Ankunft, hier heftig geregnet. Natürlich muss man ganz genau hinsehen, denn die kleinen Bewohner wollen entdeckt werden.
Sobald man aus dem Hotel herauskommt, ist man von neugierigen Kindern umringt. Wir erzählten den Mädchen, dass wir kleine Tiere suchen und fotografieren wollen. Sie liefen davon und kamen kurz darauf mit einer wunderschönen Raupe auf einem trockenen Zweig zurück. Damit hatten sie sich ein kleines Trinkgeld redlich verdient.
Diese auffällige Raupe gehört höchstwahrscheinlich zur Art Hyles livornica, die auch als Levante-Winden- oder Afrikanische Hornklee-Raupe bekannt ist. Diese Art gehört zur Familie der Schwärmer und kommt in Nordafrika, einschließlich Marokko, sowie in Teilen Europas und Asiens vor.
Sie trägt ein markantes, farbenprächtiges Muster mit grünem Körper und seitlichen weißen Flecken, die von schwarzen und gelben Details umrahmt werden. Dazu kommt ein auffälliges, rotes oder orangefarbenes Horn am hinteren Ende, das ein typisches Merkmal der Schwärmer-Raupen ist. Diese Raupe entwickelt sich später zu einem Falter, der auch als Afrikanischer Windenschwärmer bekannt ist und für seine Migrationsfähigkeiten und seine großen, farbigen Flügel bekannt ist.
Eine andere, sehr dicke Raupe, über 10 cm lang und 2 cm dick, kroch durch den Garten der Casa Juan. Die Pfaue hatten sie noch nicht entdeckt. Das hübsche Tier gehörte Art Acherontia atropos, bekannt als Totenkopfschwärmer. Die Raupe hat eine blassgrüne Farbe mit diagonalen blauen Streifen und kleinen schwarzen Punkten über den Körper und je nach Stadium kann sie eine gelbe oder grüne Färbung haben.
Der Totenkopfschwärmer ist bekannt für das "Totenkopf"-Muster auf dem Rücken des erwachsenen Falters. Dieser Schwärmer ist in Nordafrika, Europa und Teilen Asiens verbreitet und berühmt für seine Fähigkeit, bei Bedrohung quietschende Geräusche zu erzeugen. Auch die große Raupe reagierte auf Störung sehr heftig, indem sich sich ruckartig zusammenkrümmte und herumwarf.
Der Schwarzkäfer (Tenebrionidae), gehört zu einer Gruppe, die häufig in trockenen und wüstenartigen Regionen wie Marokko vorkommt. Ihre mattschwarze Färbung ist typisch für viele Schwarzkäfer-Arten, um sich vor Fressfeinden und extremer Hitze zu schützen. Diese Käfer spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie sich von organischen Abfällen ernähren und zur Zersetzung beitragen. Manche Arten werden auch "Wüstenkäfer" genannt und haben faszinierende Anpassungen an extreme Hitze und Trockenheit.
Dazu sahen wir kleine Schmetterlinge, Nachtfalter wie den Eulenfalter, Ameisen, diverse kleine Käfer, Bienen, Motten und sogar eine Echse. Leider ist man nicht immer schnell genug für ein Foto. Die Löcher in den Dünen und im Boden beherbergten nach Auskunft der Kamelführer Mäuse, Eidechsen und Borstenhörnchen. Aus ganz kleinen Löchern gingen silberne Ameisen auf die Jagd, das sind besonders angepasste Wüstenbewohner. Ihr Körper ist von feinen, silbernen Haaren bedeckt, die das Sonnenlicht reflektieren. So halten sie kurzzeitig sogar Temperaturen von 70°C aus. Zudem sind sie superschnell unterwegs.
Höhepunkt war ein Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), es ist ein häufiger Besucher von Blüten, selbst in ariden und halbwüstenartigen Regionen wie dieser. Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter, der in verschiedenen Klimazonen anzutreffen ist, von Europa über Nordafrika bis nach Asien. Südlich von Zagora, wo das Klima heiß und trocken ist, findet es geeignete Lebensbedingungen, insbesondere in den Gärten und Oasen. Es fliegt auch bei hohen Temperaturen und ist tagsüber aktiv, besonders in den Morgen- und Abendstunden.
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