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TINGHIR

Tinghir ist eine Stadt in der Region Drâa-Tafilalet im zentralen Osten Marokkos. Sie liegt zwischen den Ausläufern des Hohen Atlas und des Jbel Saghro-Gebirges und ist bekannt für ihre spektakulären Natur- und Kulturschätze und als Eingangstor zur berühmten Todra-Schlucht.

Die Hauptstadt der Provinz Tinghir hat etwa 45.000 Einwohner, die meisten davon sind in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zugewanderte Angehörige verschiedener Berberstämme. Doch offensichtlich soll es in Zukunft hier noch viel mehr Zuwanderung geben.

Wir kamen über die N 10 aus dem Dadés-Tal und somit aus Richtung Ouazarzate, das etwa 165 Kilometer süddöstlich liegt. Das erste, was man hier am Staßenrand sieht, ist ein riesiges Entwicklungsgebiet, das von verschiedenen Bauprojekten geprägt ist. Teilweise stehen schon Häuser, teilweise sind nur die Straßen mit Beleuchtung vorbereitet. Man kann das auch gut auf Google Maps erkennen.

Diese Region ist strategisch günstig gelegen, da sie einerseits Zugang zur Stadt Tinghir bietet, andererseits durch ihre Nähe zur Todra-Schlucht und den umliegenden touristischen Attraktionen einen erheblichen wirtschaftlichen und touristischen Mehrwert bietet. Deshalb entstehen zunehmend neue Wohnsiedlungen sowie infrastrukturelle Verbesserungen, die von lokalen und nationalen Behörden unterstützt werden. Viel los ist hier nicht.

Kurz dahinter fährt man dann durch das quirlige Zentrum von Tinghir, ein regional bedeutsamer Verwaltungs- und Marktort. Hier liegen viele kleinere Handwerksbetriebe, Restaurants, Transportunternehmen, Ärzte und Apotheken sowie Groß- und Einzelhändler am Straßenrand. Sie versorgenweite Teile der Umgebung mit ihren Produkten oder Dienstleistungen.

Das sehr lebendige Stadtzentrum bietet auch alte kulturelle Schätze wie das großteils gut erhaltene und noch bewohnte Ksar und einige historische Gebäude, die einen Einblick in die regionale Architektur und Lebensweise geben.









Dattelpalmen

Der touristischere Teil von Tinghir liegt am Rand einer beeindruckenden 30 Kilometer langen Palmenoase entlang des Todgha-Flusses. Diese Oase ist ein grünes Paradies mit zahlreichen Dattelpalmen und fruchtbaren Feldern, die durch traditionelle Bewässerungssysteme bewässert werden. Hier kommt immer Wasser aus den Bergen und wir haben auf der Rundreise 2024 selten so grüne und gesunde Palmenhaine gesehen wie hier.

Eigentlich sind es zwei große Palmenoasen, die Tinghirs Reiz ausmachen. Eine verläuft eher in ost-westlicher und die andere eher in nord-südlicher Richtung. Beide bilden grüne Uferlandschaften entlang des Oued Todgha und dort, wo die fruchtbaren Böden enden, beginnt die Bebauung.

Von der etwas erhöhten Straße auf dem Weg in die Todra-Schlucht, die von zahlreichen Unterkünften und Restaurants gesäumt ist, hat man von oben oft einen schönen Blick auf die Palmen der Oase. An den Rändern der Dattelpalmenoase finden sich noch zahlreiche, zumeist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaute und teilweise noch zu Wohnzwecken genutzte, mehrgeschossige Bauten aus Stampflehm.

Die hier turm- und schmucklosen Lehmbauten werden von den Eigentümern nicht mehr instand gehalten, denn in den lichtlosen, staubigen und mittlerweile auch einsturzgefährdeten Lehmhäusern will in der heutigen Zeit niemand mehr wohnen. Nur landflüchtige Kleinbauern, die zu den Ärmsten in Marokko gehören und sich in Tinerhir als Tagelöhner verdingen, haben keine andere Wahl und sind mit dem billigsten Wohnraum zufrieden.

Natürlich muss man hier bei jedem Halt an Aussichtspunkten am Straßenrand damit rechnen, von Händlern und Guides angesprochen zu werden. Immer gern lassen sich Touristinnen aus den Reisegruppen zusammen mit den bunt gekleideten "Berbern" fotografieren. Man nächert sich einem der Haupt-Touristenziele im Süden von Marokko und so kommen hier auch kleinere und große Reisebusse vorbei.

Ihr Ziel ist die zwölf Kilometer nördlich von Tinghir liegende Todra-Schlucht mit ihren spektakulären, etwa 300 Meter hohen und beinahe senkrecht abfallenden Felswänden.








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