| Weltreisen | Panama | Mount Totumas Cloud Forest | Site-Map | HOME |
| Roble Cove |
Unser Lieblingstrail war in diesem Jahr der Roble Trail, der etwas oberhalb der Lodge-Bebauung am Berghang entlang führt. Dieser etwa 2,2 km lange Rundweg von mittlerem Schwierigkeitsgrad führt durch verschiedene Waldtypen, darunter reife Sekundärwälder und Primärwälder, und vorbei an Kaffeeplantagen am Fuße des Mount Totumas. Da es wie die meisten Wanderwege hier ein Loop ist, kann man ihn in beide Richtungen gehen. Allerdings ist ein Stück davon sehr steil und da ich das lieber bergauf als bergab gehe, haben wir immer die gleiche Richtung eingeschlagen.
So begannen wir am Coffee House, wo man zuerst einmal eine Weile im Birdhide sitzen kann. Dort sieht man am gegenüber liegenden Ufer meist Mäuse, Hörnchen und diverse Vögel, die zur Futterstelle kommen. Auf der Wasseroberfläche laufen Wasserkäfer.
Nachdem man eine kleine Brücke überquert hat, folgt der schmale Weg zuerst dem Bach und der Wasserpipeline für die eigene Turbine mit Generator. Hier kann man mit Glück schon den Quetzal sehen, nach einigen Metern kann man auf der linken Seite auch auf den kürzeste Wanderweg von Totumas, den nur 500 Meter langen Quetzal Trail abbiegen.
Doch wir folgen weiter dem Weg und kamen an der Wasseraufbereitung mit Filter-Tank vorbei. Rundum Wald, nach einer Weile folgt dann die Abzweigung nach links zu einem weiteren Loop, dem Bajareque Trail.
Danach wird es dann anstrengender, denn der Weg schlängelt sich steil bergauf. Mittlere Schwierigkeit bedeutet wohl, dass man noch ohne Leitern und Seile auskommt. Man läuft und klettert über zahlreiche Wurzeln und Steine, nach einem Regenschauer ist es hier ziemlich rutschig. Hier kommt man auch an einer Wildcamera vorbei. Am Wegrand sind majestätische alte Eichen und ein Bambus-Unterwuchs zu bewundern.
Auch auf diesem Stück vom Weg sollte man öfter mal stehen bleiben und in die Baumwipfel schauen. Andere Gäste haben hier oft Quetzale gesehen, wir hatten an diesem Abschnitt leider kein Glück. Auch der Schwarzkopf-Guan lebt hier, ebenso Brüll- und Klammeraffen.
Der Glanz- oder Götterquetzal (Pharomachrus mocinno) ist einer der schönsten und symbolträchtigsten Vögel Mittelamerikas. Er lebt in den Nebelwäldern Mittelamerikas, hauptsächlich in Guatemala, Costa Rica, Panama und Südmexiko und bevorzugt Höhenlagen zwischen 1.200 und 3.000 Metern. In alten morschen Bäumen mit Moosbewuchs findet er Nistplätze, dort befinden sich die Nester in Baumhöhlen.
Der Quetzal ist bekannt für sein leuchtend grünes und rotes Gefieder sowie für seine langen Schwanzfedern bei den Männchen. Weibchen tragen eher ein mattes Grün.
In der Sonne sitzend hat das schillernde smaragdgrüne Gefieder einen metallischem Glanz, Brust und Bauch sind leuchtend rot. Die Körperlänge beträgt ca. 35 cm, die Vögel werden ca. 200–250 Gramm schwer. Männchen haben bis zu 1 Meter lange Schwanzfedern, die sie besonders imposant wirken lassen.
Quetzale fressen vor allem wilde Avocados und andere kleine Früchte, besonders aus der Lorbeerfamilie. Ergänzt wird seine Ernährung mit Insekten, kleinen Fröschen und Eidechsen.
Die Wahrscheinlichkeit einen zu sehen ist schon gering, ihn noch in der Sonne sitzend zu erwischen gleicht einer Lotterie. Meist sind die oben unter dem Blätterdach, ganz unscheinbar und schwer zu erkennen, im Schatten sitzend oder vorbei fliegend.
Hier in Mount Totumas hat man gute Gelegenheit einen Quetzal zu sehen. Schon im April 2019 haben wir Quetzale gesehen, mehr dazu hier. Andere Gäste erzählten uns von Quetzal-Sichtungen, während wir immer gerade auf anderen Loops unterwegs waren und keinen sahen. Nach ein paar Tagen waren wir etwas frustriert, doch dann zeigte sich endlich ein Weibchen, weit weg auf einem Baum sitzend, am Cascade Trail.
Aber am Roble Trail hatten wir endlich Glück. Oben angekommen führt ein Holzschild an einer kurzen Abzweigung zur Roble Cove. Hier steht auf einer Lichtung ein etwas verwitterter Picknicktisch mit Bänken und am Rand etwas erhöht noch eine Holzbank. Hier kann man sich lange aufhalten, wir warteten fast eine Stunde, nachdem ein anderer Gast am Morgen dort Quetzale gesehen hatte. Doch am Nachmittag kam keiner mehr vorbei.
Doch wir gaben nicht auf und endlich wurden wir belohnt. Als wir zum dritten Mal am Roble Cove ankamen flatterte etwas über unserem Kopf in Richtung Lichtung. Wir traten unseren Augen kaum, gleich mehrere Quetzale sassen hier hoch oben in den Bäumen. Weibchen, ein Männchen mit prächtigem Schwanz und ein jüngeres Männchen noch ohne diesen. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es vier oder fünf Vögel waren, da sie immer wieder ihre Position änderten und von weit oben in den Bäumen auf uns herab schauten. Ein tolles Erlebnis, das wir hier ganz alleine genießen konnten.
Der Roble Trail führt dann wieder bergab und nach einer Strecke im Wald ändert sich dann das Habitat. Man läuft bergab auf einem breiten Grasweg und auf der Talseite ist eine ehemalige Pflanzung, die inzwischen etwas bewachsen ist, aber noch niedrig und zum Teil Grasland. Einige Kurven weiter bergab geht der Weg dan oberhalb einer Kaffeepflanzung entlang.
Hier am Waldrand kann man ganz besonders viele Insekten entdecken, Schmetterlinge umschwirren einen und man hat einen tollen Ausblick auf eine Lichtung und viele alte Bäume und blühende Pflanzen am Rand. Mit Glück kann man hier einen Specht oder einen Raubvogel entdecken, der von einem Ast aus nach Beute Aussschau hält.
Festes Schuhwerk ist für den Trail anzuraten. Der Roble Trail hat landschaftlich reizvolle Abschnitte entlang eines Baches und durch verschiedene Waldtypen. Er bietet damit eine hervorragende Gelegenheit, die reiche Biodiversität des Mount Totumas Cloud Forests hautnah zu erleben und ist für Naturfreunde ein lohnendes Ziel. Wenn es zu feucht und rutschig ist kann man den Loop auch in Gegenrichtung etwas flacher zur Roble Grove hinauf laufen und dann das gleiche Stück wieder zurück.
| Weltreisen | Panama | Mount Totumas Cloud Forest | HOME |
| Datenschutz | Impressum |