| Weltreisen | Marokko | Marrakesch | Site-Map | HOME |

| Rundgang |

EL-BADI PALAST

Im südlichen Teil der Medina von Marrkesch, ebenfalls fußläufig von unserer Unterkunft Riad Anabel entfernt, befinden sich die eindrucksvollen Ruinen des El-Badi Palastes. Nachdem wir das jüdische Viertel, die Mellah, erkundet hatten, kamen wir hier vorbei und beschlossen, diesen Palast auch noch zu besuchen. Der Palast gehört zur UNESCO-geschützten Medina von Marrakesch und befindet sich am nördlichen Rand der Mellah.

Der El-Badi-Palast wurde im von 1578 bis 1608 von Sultan Ahmad al-Mansur, dem Herrscher der Saadier-Dynastie, erbaut. Als Symbol der Macht und des Reichtums des Sultans und sollte er eine großartige Zurschaustellung seines Reichtums und Einflusses sein. Er nannte seinen Palast El-Badi, was "der Unvergleichliche" bedeutet, und bezahlte diese prunkvolle Residenz mit Gold aus Timbuktu. Die Wände waren mit prachtvollen, handbemalte, Kacheln verziert, die Böden mit kunstvollen Mosaiken gestaltet und kunstvolle Zedernholzschnitzereien prägten die Decken und Fensterstürze.

Einst war er sicher einer der schönsten Paläste der Stadt. Heute lassen die gewaltigen Mauerreste leider nur noch erahnen, wie prachtvoll und monumental der El-Badi Palast einmal ausgesehen haben muss. Diese Pracht hielt leider nur knapp 100 Jahre. Der neue Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail verlegte seinen Herrschaftssitz aus Marrakesch nach Meknès und ließ dort seine Ville Impériale, ein zweites Versailles, aufbauen.

Das Baumaterial dafür stammte hier aus den El-Badi Palast. Er ließ einfach alles, bis auf die Außenmauern abreißen und Marmorplatten, selbst die Säulen wurden auf Lasttieren nach Meknès gebracht und dort beim Bau der Paläste der neuen Königsstadt verwendet. Vieles ging dabei auch beim Ausbau und beim Transport über die Berge des Mittleren Atlas zu Bruch.

Alles, was am Ende stehen blieb, waren die gewaltigen, ca. 135 × 110 m langen Außenmauern aus Lehm. Hier gab es nur wenige Eingangstore, von den ehemals an die Mauer angelehnten Bauten ist heute nicht mehr viel erhalten.

Dennoch lohnt sich ein Besuch, für den man auch hier 100 MAD Eintritt bezahlt. Es ist nicht ganz so viel los wie im Bahia-Palast und die Besucher verteilen sich auch mehr auf dem riesigen Gelände.

Zu sehen ist heute noch der wunderschöne Innenhof mit einem Brunnen, sowie einige ehemalige Kerker und Wirtschaftsräume im Gewölbe unter dem Palast, die aber schick restauriert als Museum hergerichtet sind.

Falls man im Juni in Marrakesch zu Gast ist, kann man das bekannte Folklorefestival besuchen, das jedes Jahr im Innenhof des El-Badi Palastes stattfindet. Tänzer, Sänger und Musikgruppen aus dem ganzen Land kommen hier zusammen.








Rundgang

Beim heutigen Eingangstor befindet sich eine minarettlose Moschee und nur wenige Meter dahinter sind die Ruinen des ehemaligen Thronsaales an den Resten von Bodenfliesen erkennbar. Direkt am Anfang der Besichtigung gelangt man über eine Treppe in die erwähnten restaurierten Gewölbe der Anlage. Hier lagen einmal die Dienstbotenräume und der Kerker. Es gibt ein kleines Museum mit verschiedenen Ausstellungsräumen zur Geschichte von Marrakesch. An der Südseite des Hofareals führt der Weg in das königliche Bad (hammam) mit seinem teilweise sternförmig durchbrochenen Gewölbe.

Hier sollte man auf jeden Fall nach oben schauen, denn in den Mauerresten nisten heute Störche und ziehen ihre Jungen groß. Auch bei unserem Besuch sassen hier einige auf den Stampflehmmauern. Die anmutigen Vögel sind zum Sinnbild des Platzes geworden.

Am Ende des Hammam geht es über eine Treppe wieder hinauf in den Innenhof, dieser ist weitläufig und immer noch prächtig. Es gibt zwei tiefer liegende Gärten mit Orangenbäumen. Mitten im Hof befindet sich ein riesiges Wasserbecken. Der gesamte Innenhof war einst in vier Segmente unterteilt. In den vertieften Gärten wurden hier Obstbäume wie Feigen-, Granatapfelbäume und duftende Blütenstäuche wie Orangen und Jasmin kultiviert. An der Nordseite des Platzes sind einige weitere Ausstellungsräume eingerichtet mit archäologischen Forschungsergebnissen zu Karawanenwegen und Zisternen im Umland.

Leider war bei unserem Besuch einiges abgesperrt, auch auf die berühmte Terrasse mit Aussicht, wegen der wir eigentlich gekommen waren, konnten wir nicht besuchen. Der Zugang war gesperrt.

Ein Besuch im El-Badi ist nicht unbedingt notwenig, aber wenn man mal in der Gegend ist sollte man sich die gewaltige Dimension der Reste ansehen. Wir waren etwas mehr als eine halbe Stunde im Inneren unterwegs. Nach dem eher schattenlosen Besuch im Palast tranken wir bei einem alten Mann direkt gegenüber vom Eingang erst einmal einen frisch gepressten Orangensaft.










Video zum Thema

Google Map zum Thema

360° View zum Thema

| Weltreisen | Marokko | Marrakesch | Allgemeines | HOME |

| Datenschutz | Impressum |