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Vom Riad Anabel aus besuchten wir zuerst das jüdische Viertel und den beeindruckenden Friedhof. Danach streiften wir durch den Süden der Medina von Marrakesch. Zunächst stand der El-Badi Palast auf dem Programm. Nach dem Besuch stärkten wir uns an einem Stand mit frischem Orangensaft und setzten unseren Spaziergang durch das Viertel fort.
Dabei kamen wir auch an der Moschee al-Mansur, auch Kasbah-Moschee genannt, in der Nähe des Stadttores Bab Agnaou vorbei. Hier befinden sich die weltbekannten Saadier-Gräber, die wir ebenfalls besichtigen wollten. Zunächst liefen wir jedoch rechts von der Moschee zum falschen Eingang, der eigentlich der Ausgang war für eine One-Way-Route.
Also gingen wir einmal um die Moschee herum in einen schmalen Gang, der sich hinter der Moschee erstreckt. Am Ende befand sich ein Kassenhäuschen, wo wir Eintrittskarten für 100 MAD erwarben.
Der Alawiden-Sultan Mulai Ismail wollte das Andenken an die Saadier-Dynastie in Vergessenheit geraten lassen. Ein Einebnen oder Überbauen der Grabstätten war nicht möglich, so umgab er das Gelände mit hohen Mauern, und im Laufe der Zeit geriet es dann auch tatsächlich in Vergessenheit. Sein Ziel war somit erreicht.
Erst im Jahr 1917 wurde die Anlage zufällig wiederentdeckt. Dabei fand man Gräber von sieben Sultanen und 62 weiteren Familienmitgliedern. Etwa 100 weitere Gräber sind auf zwei Mausoleen und den Hof verteilt. Die Böden und Gräber der Anlage sind mit schönen Fayencemosaiken in Blau- und Türkistönen geschmückt.
Seit der Entdeckung wird die Anlage kontinuierlich restauriert, irgendwo ist immer Baustelle. Hinter dem Eingang geht es über eine Rampe etwas hinunter in einen länglichen Hof. Direkt gegenüber gibt es ordenliche Toiletten. Durch den Hof mit seiner schlichten Gartenanlage führt ein Fußweg, in den Rasenflächen sind überall Grabstellen mit Mosaikabdeckungen eingelassen.
In der Mitte des Hofes liegt seitlich auf der rechten Seite das sogenannte "kleine Mausoleum". Hier kann man von der Seite und von vorn in die mit Mosaik gefliesten Räume hineinschauen, im Mosaik sind etliche Gräber abgesetzt erkennbar.
Nachdem wir uns das kleine Mausoleum und den Garten mit Palmen und Gräbern angesehen hatten- da ist man in einer Viertelstunde durch - wunderten wir uns ein wenig über die Menschenschlange am Ausgang. Erst dann verstanden wir, dass man für das eigentliche Highlight, den "Saal der zwölf Säulen", anstehen muss. Gleich rechts neben dem Ausgang befindet sich das "Große Mausoleum", das auf vielen Bildern zu sehen ist. Hier gibt es leider nur eine schmale Tür am Ende eines kurzen Ganges, in dem zwei Menschen gleichzeitig nebeneinander stehen können. Nur von hier kann man in den beeindruckenden "Saal der zwölf Säulen" blicken. Betreten kann man ihn nicht.
Während man in der Schlange mit Reisenden aus vielen Nationen wartet, sieht man nichts, da man ja nicht um die Ecke schauen kann. Rechts und links neben diesem beeindruckenden Saal liegen zwei weitere Grabkammern. Im ersten, größeren Raum befindet sich das Grab des Alawiden-Sultans Moulay el-Yazid aus dem späten 18. Jahrhundert sowie ein Gebetsraum mit einer Mihrab hier kann man durch eine reich verzierte Tür hineinschauen, während man wartet. Im dritten, nicht einsehbaren Raum rechts befinden sich einige Kindergräber.
Wir mussten über eine halbe Stunde anstehen, bis wir endlich einen Blick in den mittleren Raum des Mausoleums werfen konnten. Natürlich wollte jeder, der dann endlich vorne stand, auch ausgiebig Fotos machen. Als wir dann endlich an der Reihe waren, hatten wir freien Blick in den quadratischen Raum. Über zahlreichen Ornamenten und Fayencemosaiken an den Wänden spannt sich eine aus Zedernholz geschnitzte Kuppel, die von Säulen aus Carrara-Marmor getragen wird. Auch der Boden im Mausoleum ist mit Mosaiken bedeckt. In dieser prächtigen Grabkammer stehen die Särge mehrerer Saadier-Sultane, darunter der von Ahmad al-Mansur, sowie die ihrer Familienangehörigen.
Dieser Raum ist wirklich beeindruckend, aber wir fühlten uns gehetzt, da hinter uns noch viele Besucher darauf warteten, ebenfalls einen Blick in den Raum werfen zu können. Also schnell husch, husch ein paar Fotos und schon mussten wir nach kurzer Betrachtung wieder weg.
Wir sind daher etwas zwiegespalten: Einerseits ist es ein bedeutender Ort in Marrakesch, den man gesehen haben sollte. Auf der anderen Seite bekommt man außer einem kurzen Blick nicht wirklich viel geboten für 10 Euro Eintritt pro Person.
Am Ausgang geht es recht eng zweimal um die Ecke, dabei kommt man an etwas vorbei, das für uns aussah wie geschlossene Ticketschalter und/oder Souvenierkioske. Vermutlich war früher hier tatsächlich der Eingang, aufgrund des Andrangs und der Warteschlange hat man irgendwann die Laufrichtung geändert.
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