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RUNDFAHRT

Am Mittag startete eine Reisegruppe zusammen mit dem Hotelbesitzer und Fotografen Juan Antonio Munoz in der Casa Juan auf Kamelen. Wir folgten dem Offroader von Juan in eine nahe Palmenose, in der er Fotos und Videos von der ankommenden kleinen Karawane machen wollte.

Unser Fahrt führte zuerst durch die Dünen vor dem Hotel und weiter durch die Wüstengebiete des südlichen Draa-Tals. Die Folgen der anhaltenden Dürre, die diese Region heimsucht, waren noch zu sehen. Dazu kommen die verheerenden Folgen der Bayod-Krankheit, einem Pilz, der Palmen befällt und sie abtötet.

Auch wenn nach dem letzten Regen im September einige der Dattelpalmen endlich wieder neues Grün oben an der Krone entwickelt hatten und sie an Stellen mit Bewässerung noch recht gut wuchsen, so verheißt aber eine weitere Dürre nichts Gutes für die Tausenden von Familien, die sich in dieser Region niedergelassen haben.

An einem malerischen Ort inmitten von Palmen hielten wir an und Juan machte viele Fotos von der ankommenden Gruppe. Wir waren mehr an den Pflanzen und dem hübschen Harlekin-Bär (Utetheisa pulchella) interessiert, der daran sass. Auch ein Taubenschwänzchen torkelte vorbei.

Dann zeigte uns Juan, der noch sehr mit seiner Gruppe beschäftigt war, auf der osmand-App den Weg zum Dorf Beni Sbih. Es befindet sich ca. 10 Kilometer vom Hotel entfernt und wir mussten die schmale Straße einfach immer geradeaus fahren. Danach sollten wir noch eine Strecke entlang der Berge entlang fahren, wo es aussehen soll wie in Arizona. Leider vergaß er dabei, dass wir nur mit einem Duster ohne Allrad unterwegs waren und die Brücke zurück nach Ksar Nesrate bei den letzten heftigen Regenfällen weggespült wurde.

Doch zuerst fuhren wir in Richtung Süden, durch kleine Dörfer und überquerten die Nebenstraße in Richtung Tagounite.







Beni Sbih

Als wir das historisches Dorf dann erreichten, wären wir ohne die Hinweise von Juan niemals weiter gegangen. So parkten wir das Auto neben der Straße vor einem kleinen schwarzen Eingang in der abweisenden Mauer ohne Licht und tasteten uns dort voran. Denn wir wussten, dass es hier zu den historischen Ortskern geht und es ist ein ganz besonderer Ort, wie ein unterirdisches Labyrinth. Ohne die Beschreibung hätten wir uns nie hier hinein getraut. Die Kinder von draußen gaben die Verfolgung schon nach wenigen Metern auf und wir waren ganz alleine unterwegs.

Kaum hatten wir den labyrinthischen Komplex aus dunklen und mysteriösen Tunneln betreten, waren wir in einer anderen Welt. Eine intelligente architektonische Bauweise umgab uns, die es der Bevölkerung ermöglicht, sich vor sommerlicher Hitze und Sandstürmen zu schützen. Immer wieder öffnet sich die Bebauung zum Himmel und läßt etwas Licht eindringen, manche Tunnelstrecken sind aber schon recht lang und dunkel.

Hier roch es nach Lehm, es war kühl und an einigen Stellen gab es eingestürzte Wände und bröckelnde Mauern. Ab und zu war eine Holztüre mit einem modernen Schloss versperrt, hier wurde das Haus noch als Lagerraum genutzt. Bei den letzten schweren Regenfällen am 10. September 2024 haben über 10 Familien in diesem Ort ihre Lehmhäuser am Rand der Altstadt verloren, als das Wasser von den Hügeln in Richtung Fluss strömte und die Altstadt im Weg war.

Nur ab und zu sahen wir am Ende eine Ganges eine menschliche Gestalt, auch begleiteten uns einige Katzen. Um nicht im Halbdunkel die Orientierung zu verlieren gingen wir einfach konsequent bei Abzweigungen immer abwechselnd links und rechts, nach einer Viertelstunde kehrten wir um und gingen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen waren.

Juan, der die Sprache spricht und die Leute hier kennt, hat wunderbare Fotos gemacht, die er uns später zeigte. Es gibt ein altes Haus mit gut erhaltenen Verzierungen aus Lehm im Inneren, aber da kamen wir ohne Kontakt vor Ort natürlich nicht rein - abgesehen davon hätten wir es auch nicht gefunden.

So fuhren wir mit dem Auto wieder heraus aus dem Ort und verpassten so das kleine Museum am anderen Ende von Beni Sbih. Die Straße führte über eine Brücke durch das Wadi Draa, der unten im Video bei den Überschwemmungen im September 2024 sehr viel Wasser führte.

Auch bei unserem Besuch war noch Wasser im Fluss.







Panne

Die Straße führt dann wieder in Richtung Norden, vorbei an den Resten eines eingestürzten Plateaus, von denen nur noch die Ränder übrig sind, verkohlt und zerkratzt durch die Erosion unzähliger Wadis. Direkt dahinter befindet sich die Grenze zum benachbarten Algerien. Die Fahrt geht vorbei an Dörfern mit modernen Häusern und Zelten und ermöglicht uns einen Einblick in das Leben der Oasen und der Nomaden.

In Höhe von Ksar Nefrate mussten wir dann links abbiegen, leider hatten dort die Fluten die Brücke weggespült. Es wurde im Bachbett gearbeitet und gebaggert und es gab auch eine Umgehungsstrecke. Das hatte uns Juan nicht gesagt, aber er hatte ja auch ein Allrad-Fahrzeug.

Wir bekamen bei der Durchfahrt doch Probleme mit der Ausschilderung und fuhren über große, runde Steine und dann nach einem Stück am Flußufer entlang einen steilen Hang durch Geröllhaufen wieder hoch zurück auf die Straße. Vermutlich war die korrekte Umleitung gerade durch einen LKW mit Schotter verdeckt gewesen. Wir waren glücklich, dass unser Duster doch so einige Offroad-Qualitäten hatte.

Als wir dann 100 Meter weiter am Friedhof an der Begrenzungsmauer vorbeifuhren, bemerkten wir ein seltsames Geräusch: wir hatten einen Platten. Die abgefahrenen Reifen hatten offenbar weniger Offroad-Qualitäten. Michael hat dann den Reifen gewechselt, einige Leute kamen auf Mopeds vorbei, aber Hilfe angeboten hat niemand.

Am nächsten Tag sind wir dann zu einer Werkstatt in Tagounite gefahren, wo zwei Löcher im Reifen gefunden wurden. Nachdem diese ihre passenden Flicken erhalten hatten wurde das Rad wieder mit dem Ersatzrad getauscht. Da wir ja rechtzeitig anghalten hatten war die Reifenflanke nicht beschädigt und eine Reparatur noch möglich. So hat uns das Ganze umgerechnet 10,00 Euro gekostet.







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