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RIAD CARAVANE

Auf der Suche nach einer Unterkunft im sehr touristischen Aït-Ben-Haddou stieß ich auf Bilder von der Inneneinrichtung des Riad Caravane und war sofort überzeugt: Dort wollte ich hin. Das war schon im Jahr 2020, doch wir mussten diesen Urlaub wegen Covid komplett stornieren. Ein paar Jahre später blieb ich dem Hotel treu – und es war eine ausgezeichnete Entscheidung.

Hier wohnt man nicht mitten im touristischen Ortskern, sondern am Rand, etwas jenseits des Zentrums, aber trotzdem fußläufig zur weltberühmten Ksar. Die Umgebung des Hauses ist allerdings wenig attraktiv: verfallene Lehmbauten, in denen Schafe und Tauben hausen, liegen direkt nebenan. Ebenso eine Moschee, deren Muezzin empfindliche Naturen am Morgen wecken könnte. Unser Zimmer lag auf der gegenüberliegenden Seite, weshalb wir das kaum wahrgenommen haben. Eine Handvoll Häuser und zwei Hotels bilden eine Art Vorort, der vom eigentlichen Ort durch ein kleines Wadi getrennt ist.

Wir fuhren zunächst etwa 100 Meter über eine Schotterstrecke von der Hauptstrasse ab bis zum ausgeschilderten Privatparkplatz direkt um die Ecke neben der Eingangstür. Wie so oft waren wir als einzige Gäste mit einem Leihwagen angereist, obwohl das Hotel ausgebucht war.

Kaum hatten wir angehalten, kam auch schon ein Angestellter heraus, um unser Gepäck zu übernehmen. Tritt man durch die Hoftür, betritt man eine andere, wunderbar durchgestylte Welt. Das Ambiente gefiel uns sehr gut - nicht übertrieben bunt, eher schlicht, aber dennoch typisch nordafrikanisch, mit ethnisch-schicker Kunst.

Durch den kleinen Vorgarten mit Plansch-Pool und einigen Liegen gelangt man auf eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten. Dahinter folgt ein stilvoller Raum, der zugleich Lounge, Rezeption und Restaurant ist. Wir fühlten uns sofort wohl, auch dank des sehr netten und aufmerksamen Services, der ausgezeichnet Englisch spricht.

Das Hotel war mit internationalen Gästen ausgebucht. Wir waren früh am Nachmittag angekommen, da es die ganze Fahrt von bis hierher geregnet hatte. Wegen des schlechten Wetters konnten wir kaum anhalten, und geplante Besichtigungen fielen ins Wasser. Umso mehr genossen wir die Ankunft in der noch leeren Lobby. Wir suchten uns einen Platz und wurden mit Tee und köstlichem Gebäck verwöhnt, während die Formalitäten an der Rezeption erledigt wurden.

Unser Zimmer, wo die Koffer bereits auf uns warteten, war eine perfekte Mischung aus traditionellem Stil und modernem Komfort. Kostenloses WLAN ist selbstverständlich.

Die schöne Dachterrasse bietet einen malerischen Blick auf die Umgebung. Von hier aus sieht man die Menschen, die oben auf dem Ksar unterwegs sind. Überall gibt es Töpfe mit Pflanzen und gemütliche Sitzgelegenheiten, ideal für den Sonnenuntergang oder zum Sterne schauen. Bei unserer Ankunft war alles noch nass vom Regen, aber schon am nächsten Tag strahlte die Sonne am blauen Himmel. Der Pool wurde wegen der kühlen Temperaturen nicht genutzt.

Die aufmerksame Gastfreundschaft des Personals zeigte sich auch bei der Abreise: Selbstverständlich wurde unser Gepäck auch dann zurück zum Auto getragen.




Lage

Das Riad Raravane liegt in Aït-Ben-Haddou, etwa 30 km nordwestlich von Ouarzazate. Aber nicht mitten im Gewühl vom Hauptort, sondern in einem Ortsteil ein wenig dahinter. In einer Viertelstunde ist man von hier aus zu Fuß an der Hauptattraktion, dem UNESCO-Welterbe Ksar von Aït-Ben-Haddou.

Wenn der Fluss trocken liegt, kann man durch Felder und das Flussbett gehen. Wir mussten die Straße nehmen und dann in Richtung Fußgängerbrücke zum Ksar abbiegen.




Zimmer

Das Gästehaus verfügt über nur 8 Zimmer, die alle unterschiedliche Grundrisse haben. Einige Zimmer befinden sich in der ersten Etage, andere liegen in der zweiten Etage an der Dachterrasse. Die kleinsten zwei Zimmer sind 18 qm groß, eines verfügt nur über ein Fenster in den Flur. Eine Kategorie größer bietet etwas mehr Platz, und der "Timbuktu"-Raum hat sogar eine kleine eigene Terrasse in der ersten Etage - allerdings innenliegend ohne Aussicht, aber dafür im Schatten. Es lohnt sich, für etwas mehr Komfort ein paar Euro zusätzlich auszugeben, denn es gibt auch drei Suiten.

Die "Bamako"-Suite ist für 4 Personen ausgelegt, während die Suiten "Agadez" und "Conakry" Platz für jeweils 3 Personen bieten. Alle Zimmer sind stilvoll eingerichtet, mit einem 1,60 m breiten Doppelbett oder zwei Einzelbetten. Zur Ausstattung gehören eine reversible Klimaanlage, ein extra Lüfter über dem Bett sowie ein eigenes Bad mit Föhn, Seife, Shampoo und Duschgel.

Wir hatten die 35 m² große "Agadez"-Suite, die mit einem durch eine niedrige Tadelakt-Mauer vom Schlafbereich abgetrennten Loungebereich ausgestattet war. Zusätzlich zu zwei bequemen Sesseln gab es ein Zustellbett, das sich ideal als Ablage für Fototaschen und anderes Gepäck eignete.

Das helle Zimmer bot zudem einen wunderbaren Blick auf den Ksar von Aït-Ben-Haddou. Gegen die Sonneneinstrahlung am Vormittag konnte man auf der Innenseite Fensterläden aus Holz mit Schattenlamellen und zusätzlich einen dicken Vorhang zuziehen - dadurch blieb es auch über Mittag kühl.

Pro Person fanden wir eine Flasche Wasser vor. Das Bett war sehr bequem, mit Bettwäsche aus Perkal, was für eine erholsame Nachtruhe sorgte.

Das Bad war aufgrund der baulichen Gegebenheiten etwas verwinkelt, jedoch mit hellem Tadelakt sehr ansprechend gestaltet. Besonders die große Dusche war ein Highlight.

Auch hier ist die Kurtaxe von 2,50 € pro Nacht und Person nicht im Übernachtungspreis enthalten.




Frühstück

Das typisch marokkanische Frühstück nahm man am Morgen im Restaurantbereich der Lobby ein, die Tische waren entsprechend der Zimmerbelegung für 2-4 Personen eingedeckt. Das runde dunkle Standard-Brot Khobz fehlt hier, dafür gab es leckere Sesam-Weckchen, Harcha Grießbrot, Pfannkuchen und Baghrir.

Dazu Honig, Dattel- und leckere Feigenmarmelade und eine Mini-Portion Joghurt. Frische Eier werden auf Wunsch in der Küche zubereitet. Der sonst oft typische Schmelzkäse wird nur auf Nachfrage angeboten. Dazu tranken wir Kaffee mit Milch und frisch gepressten Orangensaft.


Essen

Am Abend hatten wir keine Lust, in den Ort zu laufen und dort ein Restaurant zu suchen, auch wenn es ein vielfältiges Angebot gibt. Das Ambiente im Riad war so schön, da haben wir es genossen, hier zu essen und das war auch eine gute Wahl. Es gibt täglich ein Dreigangmeü für alle Gäste für 220 MAD pro Person. Man meldet sich an, damit die Küche planen kann wie viele Gäste am Abend im Hotel essen.

Wir fanden am ersten Abend direkt einen schönen Platz über Eck auf der Bank und genossen das Essen. Da wir ja in diesem Urlaub keinen Alkohol tranken - Wein hätte es hier durchaus gegeben - bestellten wir wie immer Wasser und Säfte.

Als Vorspeise gab es eine Karotten-Orangen-Suppe mit einem Thymian-Muffin - eine ausgefallene, aber köstliche Kombination. Die Hauptspeise bestand aus einer Tajine mit Zitronenhuhn und Oliven, serviert mit feinen Engelshaarnudeln, die mit Zimt, Zucker und Rosinen verfeinert wurden. Das Personal legte die Speisen direkt am Tisch auf die Teller. Man konnte selbst entscheiden, ob die Nudeln mit oder ohne Zimt und Zucker serviert werden sollten. Zum Dessert gab es einen Brownie mit hausgemachtem Vanilleeis.

Wir waren begeistert vom leckenen Menü und reservierten gleich für den nächsten Abend. Scherzten noch mit dem Kellner Hassan, warum in Marokko so selten alkoholfreies Bier angeboten wird, bisher hatten wir das nur ein einziges Mal auf der Karte gesehen. Er bot an, das beim nächsten Einkauf in Ouazarzate für uns mitzubringen.

Am zweiten Abend warteten dann 6 gekühlte kleine Flaschen Bier mit 0,0% Alkohol auf uns, die wir alle tranken. Der nette Kellner verlangte bei der Endabrechnung dafür nicht mehr, als er selbst im Carrefour bezahlt hatte.

An diesem Abend gab es als Vorspeise einen Marrokanischen Salat und dazu ein Teigdreieck mit Nudeln und Hühnerfleisch drin. Bei der Tajine konnten wir uns das Fleisch vorab aussuchen und entschieden uns für Lamm. Das kam sehr schmackhaft mit Pflaumen, Aprikosen und Walnüsssen. Dazu wieder die leckeren Nudeln. Das Fleisch war leider ein bisschen zäh, wie so oft bei Tajine - von daher ist Huhn wohl doch die bessere Wahl.

Zum Abluss kam dann noch eine leckere Zitronen-Creme auf Kuchenkrümeln, mit eionem gezuckerten Minzblatt.




Fazit

Wunderschönes Ambiente mit ausgezeichnetem Service und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Im Oktober 2024 waren wir für 2 Nächte hier.

Hier ist ein Link zur www.riad-caravane.com/en/index-en.html Unterkunft.

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