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HIDES UND  KAFFEE

Im Jahr 2019 hat uns das Hummingbird Deck neben dem Coffeehouse sehr begeistert. Hier wurde aus Bromelien und Farnen auf etwa vier Metern Breite und zwei Metern Höhe ein möglichst naturnahes Szenario gestaltet. Dazwischen hängen Zuckerwasser-Feeder, die zahlreiche Kolibris anlocken.

Auch 2025 haben wir die Stelle besucht, aber der Bewuchs war spärlicher und ein Teil des Arrangements hatte der Verwitterung nachgegeben. Die Terrasse, auf der man sitzt, gehört zur Unterkunft der Angestellten. Es gab mehr Feeder und mehr Vögel oben an der Terrasse der Bellbird Lodge, schöne Bilder von Kolibris findet Ihr auf der Seite Zuckerwasser.

Doch Dinge ändern sich und es gab auch Neues auf dem Gelände. Am Coffee House befindet sich ein Teich, hier steht jetzt ein Bird Hide. Von hier aus kann man am gegenüber liegenden Ufer oft Mäuse, Hörnchen und Vögel beobachten.

Bei einem Besuch zeigte uns ein Angestellter eine gerade gefangene, ungiftige Schlange. Die Tropische Schwarze Milchschlange (Lampropeltis triangulum gaigeae) kommt hier am Mount Totumas vor, sie bevorzugt feuchte Bergwälder und Waldränder.

Als erwachsene Tiere sind diese Schlangen überwiegend schwarz und können bis zu 1,5 Meter lang werden. Dieses kleine Exemplar unten auf dem Foto ist ein Jungtier mit einem Farbmuster, das eine hochgiftige Korallenotter nachahmt. Dies schützt sie vor Fressfeinden, da viele Tiere die giftige Schlange meiden.

Am Weg zwischen dem Coffee House und der Bellbird Lodge führt jetzt ein Tor zu einem Gartenbereich mit einem neu gebauten Hot Pool. Der wird ständig durch den überschüssigen Strom der eigenen 7,5 kW-Wasserturbine erhitzt und ist sicher eine Wohltat nach einer langen Wanderung. Leider war er bei unserem Aufenthalt nicht besonders warm, da viel Strom für die Kaffeeernte und Produktion gebraucht wurde und somit kaum überschüssige Energie vorhanden war.

Als wir im Cottage ein wenig unterhalb vom Fahrweg wohnten, gingen wir nur durch Grün und oben an der Bellbird Lodge wurde am Abend eine helle Wand mit einer speziellen Lampe mit UV- und blauem Licht (Wellenlängen um 350–450 nm) angestrahlt. Das wirkt stark anziehend auf nachtaktive Insekten und wir hatten uns schon sehr darauf gefreut, von der Mamacillo Suite aus am Abend mal eben runter zu gehen dort nach nachtaktiven Besuchern Ausschau zu halten.

Doch leider: Andere Jahreszeit, viel Wind, wenig Insekten. Und den Beobachtungsort hatte man verlegt, nämlich hier an den oberen Beginn des Cascade Trails. Dort gibt es jetzt einen neuen Bird Hide und auch ein gespanntes Tuch mit Insektenlicht. Während unseres Aufenthalts wurde hier aber nur sporadisch gefüttert und das Licht am Abend gar nicht eingeschaltet, weil zu wenig Insekten unterwegs waren. Da ist der April sicher der bessere Monat.

Oben am Bajareque Trail wurde weithin sichtbar eine neue Aussichtshütte aus Holz errichtet. Von dort hat man eine schöne Aussicht über das gesamte Gelände bis hin zum Mount Totumas.

Leider leider - für uns sehr ärgerlich - wurden 2-3 Wochen nach unserer Abreise vier Quetzal-Brutkästen errichet - schön austaffiert und sehr natürlich gehalten. Und wie selbstverständlich wurden diese auch gleich von den Vögeln angenommen, Besucher können jetzt am Coffe House Hide sitzen und die Quetzale brüten wohl auch dort und posieren auf dem Anflug-Ast. Ich habe schon einige Bilder gesehen, besser kann man wohl keinen Quetzal sehen.

Falls wir also noch einmal hierher kommen, definitiv nicht mehr im Januar/Febrauar.








Kaffeeernte

Dafür war zu dieser Jahreszeit die Kaffeeernte in vollem Gange und gegen Gebühr kann man auch eine Coffee-Tour buchen, von einer Stunde bis hin zu 3 Stunden. Wir hatten direkt am Anfang schon bemerkt, dass seit 2019 die Anbauflächen von Kaffee erweitert wurden. So befindet sich eine neue Kaffeepflanzung auf dem Weg zum Big Tree Loop. Hierfür wird aber nicht einfach Wald abgeholzt und Kaffee gepflanzt, sondern es wird über einige Jahre an verschiedene Stellen getestet, wo der Kaffe am besten oder überhaupt gut wächst. Das sind manchmal ganz kleine Areale, wo der Boden die richtige Beschaffenheit hat und durch die Form der Landschaft rundum Wind, Sonne und Feuchtigkeitim richtigen Maß zu den Pflanzen kommen.

Insgesamt gibt es hier 2025 jetzt 28.000 Kaffepflanzen. Mit Geisha oder manchmal auch Gesha Coffee kann man wirtschaftlich seit 2 Jahren gut überleben, auch wenn man die Gäste mal ausbleiben. Es ist eine der exklusivsten und teuersten Kaffeesorten der Welt, Preise können über 2.000 Dollar pro kg erreichen. Totumas verkauft den Kaffee direkt in alle Welt, bis nach Taiwan und Korea. Das schöne Video unten ist von einem koreanischen Käufer, darin sind Karin Dietrich and Mateo Guerra Lopez zu sehen.

Ursprünglich stammt die Gesha-Kaffeepflanze aus Äthiopien. In den 1960er Jahren brachten Forscher die Bohnen nach Mittelamerika, aber erst in den frühen 2000er-Jahren machte sie in Panama Furore. Nach einem Wettbewerb 2004 wurde der Kaffee weltberühmt, als er neue Geschmacksstandards setzte. Er besitzt ein einzigartiges Geschmacksprofil, das an feinen Tee erinnert. Unser Geschmack ist es nicht, wir konnten ihn hier schon 2019 mal probieren, in Asien kommt er gut an.

Die Kaffeebohnen wurden gerade per Hand geerntet und standen in Plastikbehältern im kühlen Bach. Arbeiter mit kleinen Pferden kamen uns in Lodgenähe entgegen, sie brachten die Ernte in Säcken zur Verarbeitung.

In kleinen Kaffeebetrieben wird der Kaffee nach der Ernte manuell verarbeitet, um höchste Qualität zu gewährleisten. Es gibt zwei Hauptmethoden: die gewaschene (washed) Verarbeitung und die natürliche (natural) Verarbeitung. Die Kaffeekirschen werden per Hand gepflückt, um nur die reifen, roten Früchte zu sammeln. Oft gibt es mehrere Durchgänge pro Saison, da nicht alle Kirschen gleichzeitig reifen.

Bei der hier angewandten washed Methode werden die Kaffee-Kirschen durch eine einfache mechanische Pulper-Maschine geführt, die das Fruchtfleisch von den Bohnen trennt. Diese werden dann in Wasserbehältern für 12–48 Stunden fermentiert, um die restliche Fruchtschicht (Mucilage) zu lösen. Unten auf dem Bild mit Michael ist das Becken mit den kaffeesäcken zu sehen. An anderen Stellen stehen Kunststoffcontainer oder Plastikeimer mit Deckeln und Codenummern drauf im Bachbett, damit die Fermentierung bei dauerhaft kühlen Temperaturen stattfindet.

Danach werden die Bohnen in großen Becken mit Wasser per Hand gewaschen und dabei schlechte Bohnen aussortiert. Die Bohnen werden auf Sonnentrocknungsbetten (African Beds) oder auf Betonflächen ausgebreitet und regelmäßig von Hand gewendet, um gleichmäßiges Trocknen zu gewährleisten. Ergebnis: Klarer, fruchtiger Geschmack mit feiner Säure, hier steht Handarbeit, Liebe zum Detail und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das Ergebnis kann man natürlich in der Lodge kaufen und bekommt es zum Frühstück.









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