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Die Stadtmauer von Marrakesch ist ein beeindruckendes Zeugnis der mittelalterlichen Baukunst und spiegelt die lange Geschichte und kulturelle Bedeutung der Stadt wider. Sie umschließt die Medina, den historischen Stadtkern von Marrakesch, und diente einst als Schutz vor Angriffen und als Symbol der Macht und des Wohlstands.
Errichtet wurde sie im 12. Jahrhundert unter der Almoraviden-Dynastie, als Marrakesch zu einem wichtigen politischen und kulturellen Zentrum wurde. Unter der Almohaden-Dynastie wurde die Mauer dann weiter ausgebaut und verstärkt.
Heute erstreckt sie sich über eine Länge von etwa 19 Kilometern und umschließt die gesamte Medina fast lückenlos. Manchmal ist auf dem Luftbild der Verlauf durch Parkanlagen oder Friedhöfe nicht ganz klar erkennbar, am Boden sieht es ähnlich verwirrend aus. Man kann zu Fuß herum oder sich von einer Pferdekutsche fahren lassen, um die Ausmaße zu erleben. Dazu haben wir uns keine Zeit genommen und nur einen kleinen teil der Stadtadtmauer von außen erkundet, denn die meiste Zeit haben wir innerhalb der Altstadt verbracht. Vom Bab Ksiba ganz im Süden sind wir nordwärts zur Koutoubia-Moschee gelaufen, dabei wechselten wir manchmal unbemerkt von draußen nach drinnen oder umgekehrt, stellenweise gibt es auch noch Mauern und Stadttore zwischen unterschiedlich alten Stadtvierteln.
Auch diese Mauern hier bestehen aus Stampflehm, einem Gemisch aus Lehm, Sand, Wasser und Stroh, der traditionellen Bauweise Nordafrikas. Bauten aus Lehm hatten wir in den letzten Wochen überall im Süden Marokkos in verschiedenen Stadien des Verfalls bei Ksars und Kasbahs schon bewundert.
Die Mauer ist durchschnittlich 8 bis 10 Meter hoch und etwa 2 Meter dick, was sie äußerst stabil macht. Zahlreiche Wehrtürme und Bastionen verstärken diese Struktur. Die charakteristische rötliche Farbe des Lehms hat Marrakesch den Spitznamen "Rote Stadt" eingebracht, bei Sonnenuntergang erscheint die Farbe besonders intensiv.
Es gibt mehrere prächtige Tore, die Babs. Sie hatten sowohl Schutz- als auch Repräsentationsfunktionen. Viele dieser Tore sind reich verziert und gelten als architektonische Meisterwerke. Das wohl bekannteste Tor Marrakeschs wurde im 12. Jahrhundert von den Almohaden erbaut. Bab Agnaou diente als repräsentativer Zugang zur königlichen Kasbah.
Die meisten Tore haben wir leider nicht besucht, es gibt noch das Bab el-Debbagh im Norden zum Gerberviertel. Das Bab Doukkala war trategischer Zugangspunkt für Reisende und Handelskarawanen. Das Bab Aylan liegt im Osten und war einst ein strategisches Verteidigungstor und wurde mit einer robusten Struktur ausgestattet, um feindliche Angriffe abzuwehren.
Das Bab Er-Raha, auch "Tor der Erleichterung" genannt, führte früher zu den Vororten und wurde oft von Pilgern und Reisenden benutzt. Zuletzt noch das Bab Ksiba, der Zugang zur südlichen Medina und zum Palastviertel.
Du warst nicht in Marrakesch, wenn du die Koutoubia-Moschee nicht gesehen hast. Das ist wörtlich zu nehmen, denn das Wahrzeichen von Marrakesch kann tatsächlich von fast allen Orten der Stadt aus gesehen werden. Ihr markantes Minarett dominiert die Skyline der Altstadt und dient seit Jahrhunderten als Orientierungspunkt.
Wenn man sich in den engen Gassen mal verlaufen hat, kann man sich am Minarett orientieren und findet so schnell den Weg zurück zum nahe gelegenen Djemaa el-Fna. Bei gutem Wetter ist das Minarett sogar noch aus 25 Kilometern Entfernung zu erkennen.
Leider darf man als Nicht-Moslem nicht herein und kann den imposanten Monumentalbau nur von außen bestaunen. Rundum liegt ein kleiner Park mit Bänken für eine Pause nach einem anstrengenden Rundgang durch die Medina und die Souks von Marrakesch.
Diese Moschee wurde Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem Fundament des Palasts Ksar el Hajar gebaut. Dieser wurde einst von den Almoraviden unter Ali Ben Youssef errichtet. Die nachfolgende Herrscherdynastie der Almohaden eroberten Marrakesch im Jahr 1147. Kurz darauf ließen sie den Palast, ebenso viele andere Prunkbauten in Marrakesch, einfach abreißen.
Kurz danach begann man mit dem Bau der neuen Moschee unter Sultan Abd al-Mu'min. Während des Baus gab es architektonische Fehler, sodass zwei Moscheen nebeneinander errichtet wurden. Die erste wurde schließlich aufgegeben und die heutige Moschee als Hauptmoschee genutzt. Die Pfeiler- und Wandfundamente des ersten Baus wurden durch französische Archäologen freigelegt und teilweise rekonstruiert. Sie sind an der Nordseite der jetzigen Moschee sichtbar.
Die Moschee verdankt ihren Namen den Buchhändlern - arabisch kutubiyyin - die einst in der Nähe des Gebäudes ihre Stände hatten. Marrakesch war ein Zentrum des Wissens und der Bildung, und die Nähe der Buchhändler zur Moschee unterstrich die Bedeutung von Bildung im Islam.
Die Moschee ist rechteckig mit einer Fläche von etwa 90×60 Metern und bietet Platz für Tausende von Gläubigen. Ornamentale Elemente wie Zellige-Mosaiken und geschnitzter Stuck schmücken die Moschee. Das 77 Meter hohe Minarett ist ein Meisterwerk islamischer Baukunst. Es wurde 1195 fertiggestellt und ist reich mit geometrischen Mustern, Inschriften und Mosaiken verziert.
Über die Jahrhunderte wurde die Moschee mehrfach restauriert, um sie in ihrem ursprünglichen Glanz zu erhalten.
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