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| Am Oued Dadés |
Die meisten Touristen glauben, wenn sie durch das Dadés-Tal bis zu den Felsformationen der Monkey Paws gefahren sind, oder vielelicht noch weiter bis zu den berühmten Serpentinen von Tissadrine, dann waren sie in der Dadés-Schlucht.
Doch die liegt noch weiter bei Kilometer 33 ab Boumalne Dadès in den Bergen, erst hier wird die erste Engstelle erreicht. Für diese Strecke benötigst man mindestens eine Stunde und muss den Weg dann anschließend auch wieder zurück fahren. Somit ist die Dades Schlucht nicht für einen kurzen Abstecher und erst recht nicht für Reisebusse oder Reisende ohne Zeit geeignet.
Nach den Serpentinen von Tissadrine führt die Straße weiter zu den spektakulären Schluchten des Dadès, die kaum besucht werden. Der Verkehr ist hier spärlich, unten im Flusstal wohnen manche Menschen in Höhlen und immer wieder kommt man an beeindruckenden Felswänden vorbei. Entlang der Schluchten gibt es ab und zu noch kleinere Gästehäuser, die einen Einblick in die Berberkultur bieten. Oft mit traditionellem Essen wie Tajine und frischem Minztee.
Nach gut 4 Kilometern Fahrt ab den Serpentinen verengt sich das Tal, und die Felswände ragen steil in die Höhe. Hier fährt man dann endlich durch die Dadés-Schlucht, eine Stück staubige Betonstraße mit einer niedrigen Begrenzungsmauer direkt neben dem hier durch das Straßenfundament begrenzen Fluss. Wenn es hier einmal Hochwasser gibt so bleibt die Straße davon unbeeindruckt. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man schon mal hier ist, aber nicht so spektakulär wie die benachbarte Todra-Schlucht.
Da nicht viel los war konnten wir hier einfach parken, rausspringen und hindurch und zurück laufen. Dabei waren wir die einzigen, die hier entlang liefen, nur ein paar Motorradfahrer kamen an uns vorbei.
Aber auch hier sollte man noch nicht umkehren, ich empfehle dringend, auf der R704 noch ein ganzes Stück weiter zu fahren. Denn ab hier wird es dann erst wirklich spektakulär.
Der Oued Dadès entspringt im Hohen Atlas, schlängelt sich in Richtung Süden zunächst durch vegetationslose Hochtäler und bildet 13 km südsüdwestlich des Ursprungs die ersten besiedelten Flussoasen. Danach verengt sich das Tal zur Dades-Schlucht um die letzten Bergketten des Hohen Atlas zu durchbrechen. Bei Boumalne Dadès tritt er ein in die Hochfläche zwischen dem Hohen und dem Antiatlas und fließt weiter hinab zur Einmündung in den Stausee El Mansour Eddahbi östlich von Ouarzazate
Hinter der engen Schlucht wird das Tal dann wieder breiter und der Fluss mit seinen begrünten Ufern schlängelt sich wie ein Band durch die karge Berglandschaft.
Es folgen einige Orte, an denen man vorbei oder durch die man durch fährt, unter anderem Ait Hammou, Imdiazen und Tilout.
Wir kamen an einigen Baustellen für Hochwasserschäden durch quer strömende Bergbäche vorbei und sahen ein paar Kamele am Wegrand. In einem Ort kam uns mehrere offene Pickups mit einer Hochzeitsgesellschaft entgegen, die hatten alle sehr viel Spaß.
Immer wieder haben wir angehalten, um den Kontrast von Grün und roten Felsen zu fotografieren. Am Flussufer macht der getrocknete Schlamm Muster. Dann führt die Straße überraschend immer höher hinauf und hinter dem Ort Tidrite liegt dann ein schöner Pass mit einigen Kehren und spektakulären Aussichten. Man kann an einigen Stellen anhalten und glaubt, man ist alleine hier. Doch von irgendwo kommt dann doch plötzlich jemand hervor, der Quarze und Fossilien verkaufen will.
Nach ein paar Kilometern kommt man an der "Schildkröte von Dadés" vorbei, Kefroun genannt. Es handelt sich im eine schöne Schleife, die der Fluss hier um einen Felsen gegraben hat. Erinnerte uns ein wenig an die Saarschleife in der Eifel, nur karger, steiler und schluchtiger.
Wir sind noch ein Stück weiter gefahren, durch den Ort Iminoumarg bis nach M'semrir. Hier haben wir dann kurz hinter einem Campingplatz gewendet, denn ca. 20 Kilometern hinter dem Ort hört dann irgendwann der Asphalt auf.
Im Ort sahen wir viele Apfelbäume, die voller Äpfel hingen. Nicht umsonst nennt man das Tal hier "Valle de Pommes". Einige Bäume trugen schon schönes Herbstlaub in goldenen Farben.
Zurück bis zum Hotel Chez Ichou auf der gleichen Strecke waren es dann vom Wendepunkt aus 37,1 Kilometer, für die wir mit weiteren Fotostopps eine gute Stunde brauchten. Manches sieht aus der anderen Fahrtrichtung ja wieder ganz anders aus.
Die beiden Schluchten von Dadés und Todra verlaufen parallel zueinander und sind durch einen Gebirgspass miteinander verbunden. Dieser ist allerdings auf über 40 Kilometern nur mit einem guten Geländewagen oder mit dem Motorrad und viel Übung passierbar, sodass man mit einem normalen Auto den Weg vom Ende der beiden Schluchten jeweils wieder zurück fahren muss.
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