| Weltreisen | Marokko | Allgemeines | Site-Map | HOME |

| Tanken |

AUTOFAHREN IN MAROKKO

Wer in Marokko mit seiner enormen Ausdehnung eigenständig unterwegs sein möchte, der braucht ein Auto. Im Internet hatten wir vorher einige Videos geschaut, und das Fahren erschien uns bei weitem nicht so schwierig wie z.B. in Indien.

Erstaunlich, dass hier so wenig Touristen mit einem Leihwagen unterwegs sind. Die meisten sind nur kurz im Land und lassen sich dann im Eiltempo von Fahrern zu den weit entfernten Highlights bringen, so sind ihre Tagesetappen ermüdend und lang. Wir hatten 5 Wochen Zeit, was für ein Luxus, und daher war Marokko ein ideales Ziel für einen Roadtrip.

Die Hauptstraßen - Nationale Routen wie die N9 oder die N10 - sind gut ausgebaut und asphaltiert, sie verbinden größere Städte wie Marrakesch, Ouarzazate, Zagora oder Erfoud. Der Zustand der Nebenstraßen variieret stark in der Qualität. Manche sind gut asphaltiert, selbst absolut drittklassige Verbindungen abseites vom Verkehr von Dorf zu Dorf wie auf dieser Nebenstrecke von Zagora nach Agdz. In ländlichen Gebieten ist der Verkehr oft sehr gering, meist sind Mopeds oder Eselkarren unterwegs. Im Süden des Landes sind die Straßen wunderbar ausgebaut, wahrscheinlich auch wegen der Nähe zur West-Sahara, die stärker angebunden werden soll.

Ältere schmale Asphaltstrecken können am Rand angegriffen sein, da muss man ggf. langsamer fahren, wenn man bei Gegenverkehr etwas ausweichen muss. Andere kleine Strecken können auch mal Schotterpisten oder Sandwege sein. Oder sie werden nach einer Beschädigung durch Fluten oder Erdbeben gerade repariert und die Umgehung führt dann über grob geebnete Schotterstrecken oder Findlinge durch das Flussbett. Nach Regenfällen im Herbst kann es vorkommen, dass kleinere Straßen plötzlich nicht mehr passierbar sind.

Für Pisten in besonders in abgelegenen Gebieten wie der Wüstenregionen um Merzouga oder im Hohen Atlas und im Anti-Atlas ist zwingend ein Allradfahrzeug erforderlich. Navigation kann auch schwierig sein, besonders wenn in Sandgebieten die Straßen nicht markiert sind.

Gebucht haben wir diesmal über CarJet.com, dort haben wir einen Dacia Duster mit 31 Tagen Leihdauer gemietet. Zu einem günstigen Kurs mit allen Zusatz-Versicherungen ohne Selbstbeteiligung für 5 Wochen haben wir genau 922,23 Euro bezahlt. Das sind 29,74 Euro pro Tag. Der Autovermieter vor Ort war Drivus Marocco.

Für Marrakesch-Neulinge ist es einfacher, am Flughafen loszufahren und nicht mitten in der Stadt zu starten. So kann man sich erst mal an den Verkehr gewöhnen, unser erstes Ziel war das Le Beau Site Ourika im Süden der Stadt auf dem Land.

Das neuste Auto bekamen wir für diesen geringen Preis natürlich nicht, die Übergabe erfolgte zum vereinbarten Zeitpunkt auf einem Parkplatz direkt am Flughafen. Dort wird über ein Ticketsystem beim Verlassen bezahlt, das Park-Ticket lag bei Übernahme im Fahrzeug. Man muss schon etwas Bargeld im Flughafen eingetauscht haben, sonst kann man am Kassenhäuschen nicht bezahlen!

Achtung: Bei Abholung stand die Benzinanzeige auf "LEER" - und das war auch so: Ich bin bei der nächsten Tankstelle sofort eingebogen, und der Tankwart hat in den nominell 50-Liter-Tank mit Reserve und Überlauf 56 Liter Diesel einfüllen können.

Der blaue Duster hatte schon ein paar Kratzer, die durch eine Videoaufnahme beim Rundgang mit Smartphone dokumentiert wurden. Am besten macht man als Mieter ebenfalls eine entsprechende Aufnahme, unter spezieller Berücksichtigung von vorhanden kleinen Schäden. Die Rückbank hatte Flecken und Brandlöcher, die Abdeckung zum Kofferraum fehlte und die Reifen waren auch nicht mehr die Neusten - das sei aber ok so, wurde gesagt.

Aber bis auf zwei Reifenpannen, die für kleines Geld schnell überall im Land in den spezialisierten Werkstätten für Reifenservice repariert wurden, sind wir damit aber sehr gut durch das Land gekommen. Wie in Argentinien sind in Marokko Tankstellen, Autowerkstätten und Reifenservice getrennt. Zur Übergabe gehörte auch die Erklärung der Dokumentenmappe, wo vom letzten TÜV-Bericht über Zulassung, Versicherungsschein und Steuerbescheid alles für eine etwaige Polizeikontrolle enthalten ist.

Bei der Rückgabe war das Auto von außen etwas schmutzig von der Fahrt über den Tizi n'Tichka Pass, wo es einige Baustellen und improvisierte Umleitungen gab, auch eingestaubt vom Wind und Tau am Morgen, und im Fußraum lag etwas Sand. Mit dem Verweis auf einen Aufkleber "Keep the Car clean" wurde anscheinend ein frisch gereinigtes Fahrzeug bei der Rückgabe erwartet, und nun wollte man 300 MAD für eine Autowäsche von uns haben. Die kostet aber sicher nicht mehr als 100 MAD, wenn uns das Flicken der Reifen 15 MAD für ein Loch in Taroudant und 100 MAD für zwei größere Löcher mit Wechsel des Reservereifens im touristischen Süden am Rand der Sahara gekostet hat. Da nach Rückgabe des Wagens dieser sowieso für den nächsten Kunden gewaschen wird haben wir die Barzahlung verweigert und zugestimmt, dass sie den Betrag von der Kaution einbehalten - was nie passiert ist. Dafür war ja auch der Tank bei Abgabe fast halb voll.

Der Duster war ansonsten gut zu fahren und technisch ok. Eine Klimaanlage ist bei den meisten Mietwagen in Marokko Standard. Allrad hatte er leider nicht, aber wir kamen auch so überall hin, wo wir hinwollten. Dank Offline-Navi von Google Maps kamen wir recht schnell um Marrakesch herum, sobald man die Metropole hinter sich hat, ist das Strassennetz so überschaubar, dass man eigentlich kein Navi mehr braucht. Und wenn es mal genauer im Detail sein soll, dann findet man auf Osmand mehr und genauere Informationen, besonders zu den kleinen Nebenstrecken.









Tanken

Ein EU-Führerschein ist ausreichend und es gilt Rechtsverkehr und Gurtpflicht für alle Insassen. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind 60 km/h in Städten, meist 80 km/h auf Landstraßen, selten mal 100 km/h, und 120 km/h auf Autobahnen. Alkoholgrenze: 0,0 Promille! Wenn man sich unsicher ist, ob man die Beschilderung richtig gesehen hat: Michaels defensive Fahrweise hat niemand gestört, es hat niemand gehupt.

Viele Ortschaften haben um den alten Ortskern, durch den man eventuell gar nicht fahren kann, große Neubaugebiete, empfangen wird man am Ortsrand von einem großen Kreisverkehr und einer Pracht-Paradestrasse. Überhaupt sind Kreisverkehre sehr beliebt, mangels genauer Kenntnis hat Michael sowohl links geblinkt, solange er im Kreisverkehr blieb, als auch rechts, sobald es hinaus ging. In Marrakesch und Agadir waren es zum Teil 6-spurige Straßen mit 3-spurigen Kreiseln, zum Glück ist der Verkehr recht langsam unterwegs, die Kreisel sind auf 30km/h begrenzt.

Man sollte sich an die Regeln halten, denn es gibt überall Polizeikontrollen. Im Schatten eines Baumes sind weder der Polizeiwagen noch der Polizist mit Radarpistole gut zu erkennen. Auch allgemeine Verkehrskontrollen sind häufig, man findet sie besonders an Stadtgrenzen, also immer wissen, wo Führerschein, Fahrzeugpapiere und Versicherungsnachweis griffbereit sind./p>

Wir sind in 5 Wochen von den freundlichen Polizisten in schicken blassgrünen Uniformen immer mit lässigen kleinen Gesten durchgewunken worden, während es manchmal das Auto vor oder hinter uns getroffen hat. Gerne werden Fahrer mit Touristen angehalten um die Lizenz zum Touristentransport zu überprüfen. Entsprechend gut in Ordnung sind die Fahrzeuge und entsprechend gesittet läuft der Verkehr.

Tankstellen sind entlang der Hauptstraßen und rund um Städte gut verfügbar, egal ob internationale wie Shell und TotalEnergies oder lokale Anbieter wie Afriquia, etromin, Petrolia und Winxo. Diesel ist in der Regel günstiger als Benzin und oft die bevorzugte Wahl, da viele Mietwagen und lokale Fahrzeuge Diesel nutzen. 2024 kostete der Liter Diesel etwa 1,17 Euro. Auf Nebenstrecken oder Sackgassen ins Gebirge haben wir selten Tankstellen gesehen.

Die Klimaanlage wurde oft benötigt, aber die Geschwindigkeit war meist gemäßigt, so verbrauchte der Wagen im Schnitt nur knapp 5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Auf jeden Fall: Ab Tankanzeige auf Halb haben wir bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit nachgetankt, das war uns sicherer, auch wenn wir noch eine Fahrtreserve von wohl 300 km hatten - die Tankanzeige ist beim Duster nicht proportional zum Füllgrad des Tanks. An den Tankstellen wird das Tanken üblicherweise von Mitarbeitern übernommen. Dem Tankwart gibt man ein kleines Trinkgeld, etwa 5-10 MAD, also immer etwas Kleingeld parat haben. Die Tankrechnung selbst haben wir immer mit Kreditkarte bezahlt, meist am mobilen Lesegerät, manchmal im Tankstellenbüro.







>




| Weltreisen | Marokko | Allgemeines | HOME |

| Datenschutz | Impressum |