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Prince Albert, das kleine Örtchen in der Central Karoo am Fuße der großen Swartberge und bester Ausgangspunkt für eine Fahrt über den berühmten Swartberg Pass gehört zu unserer Lieblingsregion in Südafrika.
Viele Jahre waren wir hier meist im März, also im dortigen Herbst unterwegs. Doch 2025 kamen wir im späten Frühling Anfang November hierher. Der Ort wurde 1842 gegründet und war ursprünglich als Albertsburg bekannt, erhielt jedoch 1845 den Status einer Gemeinde und wurde zu Ehren von Königin Victorias Gemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha in Prince Albert oder Prins Albert umbenannt.
Bekannt und beliebt ist der schöne Ort im ganzen Land für seine gut erhaltene kapholländische Architektur, die schönen viktorianischen Gebäude und die entspannte Atmosphäre.
Von den vorherigen Besuchen habe ich schon auf den Seiten Prince Albert und Prince Albert Kulinarisches 2024 berichtet. Bei diesem Besuch haben wir natürlich auch die kulinarischen Vorzüge der Region genossen, zu finden auf der Seite Prince Albert Kulinarisches 2025 und haben es endlich mal geschafft den Spaziergang über die Kopopie mit Aussicht auf den Ort zu machen.
Breit ist die Hauptstraße von Prince Albert, mit einigen Seitenstraßen rechts und links,an denen man Kleinode an historischen viktorianischen und Cape Dutch Gebäuden findet. Die prächtigsten liegen wie so oft direkt an der Hauptstraße, die den Ort teilt. Vor den Häusern mit reich verzierten Giebeln und Dachfirsten, mit Erkern, Wintergärten, Butzenfenstern und pastellfarbenem Anstrich befinden sich im Frühling besonders üppig blühende Gärten.
In Prince Albert säumen prächtige Jacaranda-Bäume, auf deusch Palisanderholzbäume, viele Straßen und sorgen für ein spektakuläres Farbspiel das wir bisher noch nie hier erlebt haben. Die Bäume blühen im südafrikanischen Frühling, typischerweise von Ende September bis November.
Während dieser Zeit verwandeln sich die Straßen in violette Alleen, da die glockenförmigen Blüten nicht nur die Äste schmücken, sondern beim Herunterfallen auch den Boden wie ein Teppich bedecken.
Obwohl sie heute charakteristisch für viele südafrikanische Städte sind, besonders Pretoria schmückt sich mit blühenden Aleen, stammen Jacarandas ursprünglich aus Südamerika. In Prince Albert harmonieren sie besonders schön mit den weißen Fassaden der historischen Häuser.
Eindrucksvoll sind auch die markanten Blüten der Silbereiche (Grevillea robusta). Der Baum stammt ursprünglich aus den subtropischen Regionen Ost-Australiens. Die Blätter sind farnartig und haben eine silbrig-weiße Unterseite, was dem Baum seinen Namen verliehen hat. Die leuchtend gelb-orangen Blüten wachsen in bürstenartigen Formationen und sind sehr reich an Nektar, weshalb sie oft Vögel und Insekten anlocken.
Selbst der Speckboom (Portulacaria afra) bildet zu dieser jahreszeit kleine, eher unauffällige Blüten aus, die jedoch bei einer Massenblüte sehr dekorativ wirken können. Sie sind sternförmig und sehr klein, mit einem Durchmesser von etwa 2 bis 3 Millimetern. Sie besitzen fünf Blütenblätter und die Farbe variiert zwischen blassrosa, malvenfarben oder violett. Auch diese Blüten sind extrem nektarreich und locken zahlreiche Insekten wie Bienen sowie insektenfressende Vögel an. Eine reiche Blüte wird oft durch Trockenstress in Kombination mit viel direktem Sonnenlicht ausgelöst.











Eine Besonderheit von Prince Albert ist das historische Leiwater-System, ein Netz aus offenen, heute oft mit Beton ausgekleideten Kanälen, die entlang der Straßen durch den Ort führen. Das Wort Leiwater bedeutet "ühren", "leiten" oder "dirigieren", und diese Art der Bewässerung wird noch in vielen alten südafrikanischen Städten verwendet.
Das Wasser fließt durch Schwerkraft vom Dorps River aus den Swartbergen direkt in den Ort. Ein System aus Sperrklappen und manuell betriebenen Schleusen versorgt auf diese Weise zahlreiche Häuser und Farmen entlang des Weges nach einem vordefinierten Zuteilungsplan. Dieses System ermöglicht es den Bewohnern, trotz der trockenen Karoo-Umgebung üppige Gärten und Obstplantagen zu bewässern. Die Wasserrechte sind oft an die Grundstücke gebunden und werden seit Generationen nach festen Zeiten vergeben. Da muss man zu dieser eine Stunde parat stehen, um die Zuleitung zum eigenen Wasserbassin zu öffnen und nach Ablauf der Zeit wieder zu schließen.
Dieses System versorgt nicht nur die Bewohner und Kleinbauern zuverlässig mit lebenswichtigem Wasser, sondern bringt auch an heißen Sommertagen eine willkommene Erfrischung. Schon das bloße Gehen entlang der Straßen und das Hören des sanft plätschernden, klaren Wassers zaubert ein Lächeln ins Gesicht und hebt die Stimmung.
Nicht alle Häuser haben Zugang zu diesem System, es kommt auf die Höhenlage im Ort and. Aber unsere schöne Unterkunft Vergeet-My-Niet liegt direkt an einem Wasserlauf. Das große Becken neben unserer Unterkunft wurde im Frühjahr bis oben hin gefüllt, wenn das Wasser zugeteilt wurde.
Das Wasser zog Frösche an und diese wiederum Reiher und Eisvögel. In den Zweigen über dem Wasser bauen Webervögel gerne ihre runden Nester.

















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Prince Albert
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