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ROCKY HARBOUR

Rocky Harbour ist ein schöner Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen im nördlichen Teil des Gros Morne National Park. Nachdem wir mit dem Camper zuerst im Süden an der Bonne Bay übernachtet hatten und von dort aus Woody Point, das Discovery Center, den Tablelands Trail und Trout River besucht hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Rocky Harbour. Unterwegs haben wir noch drei Stopps gemacht, sind den Stanleyville Trail gelaufen, haben die Southeast Brook Falls und das Visitor Center besucht.

Rocky Harbour liegt an der Westküste Neufundlands mitten im Gros-Morne-Nationalpark. Heute ist der Ort mit rund 1.000 Einwohnern das größte Zentrum innerhalb des Nationalparks und gleichzeitig dessen touristisches Herz. Parks Canada hat hier sogar seinen Hauptsitz für den Nationalpark.

Der Ortsname bezieht sich auf die felsigen Riffe und Felsvorsprünge, die den natürlichen Hafen begrenzen. Der Ort besteht historisch aus mehreren kleinen Bereichen wie Lobster Cove, Woody Cove und Bear Cove. Letzterer soll seinen Namen bekommen haben, weil Bären dort früher für ziemliches Chaos sorgten.

Lange bevor Rocky Harbour zum Ausgangspunkt für Nationalparkbesucher wurde, war es eine typische Outport-Gemeinde. Französische Fischer kamen bereits im 18. und 19. Jahrhundert in die Gegend; im frühen 19. Jahrhundert entstanden erste saisonale Fischstationen. Aus der Sommersiedlung entwickelte sich schließlich eine ganzjährige Gemeinde.

Die Fischerei prägte den Ort über Generationen. Besonders wichtig waren Hummer und Lachs, später auch Kabeljau und Hering. 1921 gab es in Rocky Harbour bereits 17 Hummerverarbeitungsbetriebe. Auch die Holzindustrie spielte in dieser Region immer eine bedeutende Rolle.

Mit der Gründung des Gros Morne National Park 1973 änderte sich das Leben in der Region erheblich. Einige mittlerweile fast entvölkerte Fischersiedlungen - von Orten konnte man da nicht sprechen - wurden aufgegeben, die wenigen verbliebenen Familien aus anderen Teilen des späteren Parks nach Rocky Harbour umgesiedelt, gleichzeitig entstanden hier viele neue Arbeitsplätze durch die Nationalparkverwaltung und den Tourismus.

Heute ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig, es gibt hier viele Restaurants, Unterkünfte, RV-Parks, Tourenanbieter und kleine Geschäfte. Dabei hat sich der Ort selbst immer noch den Charme eines Neufundland-Fischerdorfes erhalten.

Zentrum ist hier der Hafen, hier kann man das traditionelle Rocky Harbour viel besser sehen als auf der Hauptstraße: Boote, kleine Stege, felsige Ufer und die Häuser entlang der Bucht.

Besonders schön ist der Blick über das Wasser in Richtung Lobster Cove Head mit seinem schönen Lighthouse, das man unbedingt besuchen sollte und dem ich eine eigene Seite gewidmet habe. Auf der anderen Seite liegt Salmon Point. Diese beiden Landspitzen bilden gewissermaßen die beiden Seiten der nördlichen Einfahrt zur Bonne Bay.

Ist einem der Wettergott hold, dann kann man hier schöne Sonnenuntergänge erleben. Die Lage am Golf von St. Lawrence sorgt dafür, dass der Abendhimmel über dem Wasser oft spektakulär wird.

Direkt im Ort gibt es den Rocky Harbour Lookout Trail, der Richtung Lobster Cove Head führt. Außerdem gibt es den Bottom Brook Trail. Beide sind deutlich kleinere Unternehmungen als die großen Wanderungen des Nationalparks und eignen sich gut, wenn man einfach noch eine Runde laufen möchte. Wenn das Wetter einmal schlecht ist, gibt es mitten in Rocky Harbour das Gros Morne Wildlife Museum.







Unser Campingplatz

Es gibt mehrere RV-Parks in Rocky Harbour, die meisten fanden wir ziemlich hässlich. Die Stellplätze mit Strom auf dem Berry Hill Campground, direkt im Nationalpark gelegen, waren schon alle ausgebucht. So kamen wir zum gerade erst zur neuen Saison eröffneten Gros Morne West RV Park & Campground.

Er liegt ein wenig abseits näher am Highway und war daher bei unserer Ankunft leer. Die Betreiber hielten sich noch im Norden auf, um Eisberge zu gucken. Wir nahmen nach unserer Ankunft über die an der Rezeption stehende Telefonnummer Kontakt auf, und nur wenige Minuten später kamen die Eltern vorbei und kassierten 100 CAD in bar für zwei Nächte.

Weit und breit war kein anderer Camper zu sehen, wir konnten uns einen Platz aussuchen. In einem festen Camper lebte ein junger Mann, der tagsüber mal den Rasen mähte und die Toilette und Dusche sauber hielt. Wir stellten uns direkt gegenüber der Rezeption auf einen der Stellplätze. Hier hatten wir sehr gutes WLAN und eine Toilette sowie eine Duschkabine mit Toilette ganz für uns alleine. Das bei vollem Platz mit allen anderen zu teilen, hätte uns nicht gefallen, aber es war ja Vorsaison und für uns perfekt.

Die Plätze sind etwas uneben, und wir mussten rangieren, um selbst mit Keilen einen geraden Stand zu haben. Wäre der Platz voll gewesen, wäre das schwieriger gewesen, denn der nächste Nachbar hätte direkt nebenan gestanden.

In den Bäumen und Büschen rundum waren viele Vögel wie Gelbbauch-Schnäppertyrann, Purpurgimpel, Goldwaldsänger oder Wanderdrossel. Am Abend kamen uns Schneeschuhhasen besuchen, einer setzte sich sogar direkt auf den Grill. Zum Ort war es etwas weit zu laufen, und wir waren nach einem ausgiebigen Tagesprogramm auch zu müde dafür. So genossen wir die Ruhe, und abends wurde es auch wieder ziemlich kühl, nachdem den ganzen Tag die Sonne geschienen hatte.

Auf dem langen Rückweg aus dem Norden in Richtung Twillinggate machten wir hier noch einmal für eine Nacht Station. Diesmal gab es einen weiteren Camper, der aber weit abseits von unserem Platz stand.

Im Jahr 2027 werden wir noch einmal für drei Nächte nach Rocky Harbour kommen, dann haben wir eine hübsche Scheune mit Infrarotsauna und viel Platz gebucht und können den Ort weiter erkunden. Auch einige Wanderwege und die Bootsfahrt auf dem Western Brook Pond, die wir 2026 nicht geschafft haben, stehen dann auf der To-Do-Liste.







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